"Alternative für Deutschland" : Neue Mini-Partei will den Euro abschaffen

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Der neuen Partei "Alternative für Deutschland" wird Rechtspopulismus vorgeworfen. Denn die Partei lehnt nicht nur den Euro ab, sondern ist auch gegen die Unterstützung der finanziell angeschlagenen EU-Staaten.

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19. März 2013, 07:52 Uhr

Schwerin | Eines will der Rechtsanwalt Christoph Grimm aus Dassow (Nordwestmecklenburg) auf keinen Fall sein - ein Rechtspopulist. Doch Rechtspopulismus wird der neuen Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland", die sich am 14. April in Berlin offiziell gründen und zur Bundestagswahl im Septemer antreten will, von etablierten Parteien und Medien vorgeworfen. Denn die politische Plattform lehnt nicht nur den Euro ab, sondern macht vor allem Front gegen die Unterstützung der finanziell angeschlagenen Staaten in der Euro-Zone. Auch müsse nach Ansicht der neuen Partei der Bevormundung Deutschlands durch die Europäische Union Grenzen gesetzt werden. Ähnliche Auffassung findet man auch bei rechten Gruppierungen.

Doch nicht Nationalismus und Abgrenzung würden ihn und seine 30 Mitstreiter in der "Alternative für Deutschland" in Mecklenburg-Vorpommern um umtreiben, sagt Christoph Grimm. "Die Euro-Rettung ist soziales Unrecht." Denn gerettet würden in Griechenland oder Spanien nicht die einfachen Leute, sondern die Banken, das Großkapital und die Spekulanten - mit dem Steuergeld von einfachen Leuten auch aus Deutschland. Dies sei ungerecht, kritisiert der ehemalige SPD-Mann, der nach 33 Jahren Mitgliedschaft aus der Partei ausgetreten ist.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die "Alternative für Deutschland" eine illustre Truppe. Neben dem Rechtsanwalt Grimm gehört auch der Greifswalder Informatiker Klaus-Peter Last dazu, der viele Jahre Schatzmeister des Landesverbandes von Bündnis90/Die Grünen war. Ebenfalls dabei ist Andreas Kuessner, der in der Landesgeschäftsstelle des Opferhilfe-Vereins "Weißer Ring" in Schwerin arbeitet und Sohn des ehemaligen Landtagspräsidenten und Sozialministers Hinrich Kuessner (SPD) ist.

Einen Landesverband gibt es offiziell noch nicht, doch dessen Konstituierung ist nach Gründung der Bundespartei fest eingeplant. Nächstes Ziel der "Alternative" auch im Nordosten ist der Einzug in den Bundestag nach der Wahl im September. Dabei kalkuliert sie mit dem Unbehagen der Wähler über die Dauerberstelle Euro-Rettung und die Milliardenhilfen für den Süden.

Für die Zulassung zur Wahl sind allerdings 1400 Unterschriften notwendig, die von den Meldebehörden auf Echtheit überprüft werden müssen. Die Frist dafür läuft im Juli aus.

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