Festland-Pipeline durch MV : Neue Mega-Pipeline geplant

Die neue Pipeline soll parallel zur Opal-Trasse, die in Lubmin beginnt, durch MV und Brandenburg weiter zur tschechischen Grenze. verlaufen.
Die neue Pipeline soll parallel zur Opal-Trasse, die in Lubmin beginnt, durch MV und Brandenburg weiter zur tschechischen Grenze. verlaufen.

Trasse für russisches Erdgas soll durch MV und Brandenburg führen – Widerstand kommt von Umweltverbänden

svz.de von
09. Juni 2016, 21:00 Uhr

Nach den Erdgasleitungen Opal und Nel will das Unternehmen Gascade eine weitere Festland-Pipeline durch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bauen. Hintergrund ist die vom Nord-Stream-Konsortium angestrebte Erweiterung der Ostsee-Pipeline um zwei weitere Stränge. Über die neue, rund 475 Kilometer lange Europäische Gas-Anbindungs-Leitung (Eugal) solle russisches Gas Richtung Süden nach Tschechien transportiert und dort ins Erdgasverbundnetz gespeist werden, sagte Gascade-Sprecherin Nicole Regensburger.

Energieminister Christian Pegel (SPD) begrüßte das Vorhaben. Mit der Erweiterung der Nord-Stream-Trasse durch die Ostsee würden erhebliche Umschlags- und damit Arbeitsmarkteffekte in der Bauphase im Fährhafen Sassnitz erwartet, sagte Pegel. Es werde daher sehr begrüßt, dass sich Gascade der Weiterführung des Gases annimmt.

Die Trasse soll am Anlandepunkt der erweiterten Ostsee-Pipeline – voraussichtlich bei Lubmin – beginnen und dann parallel zur Opal-Trasse rund 100 Kilometer durch Mecklenburg-Vorpommern nach Süden verlaufen, wie Regensburger sagte. „Durch den Verlauf entlang der Opal-Trasse wollen wir die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich halten.“ Ob überhaupt zusätzliches russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland fließt, ist bislang offen. Genehmigt ist weder die zweite, rund 8 Milliarden Euro teure und 1200 Kilometer lange Ostsee-Pipeline noch die Eugal. Beide Unternehmen, Nord Stream und Gascade, setzen aber auf zügige Verfahren. Die Trassen sollen Ende 2019 in Betrieb gehen.

Widerstand gegen die Erweiterung der Ostsee-Pipeline kommt von den Umweltverbänden. Die vom Nord-Stream-2-Konsortium geplante Leitung sei aus energiepolitischer und ökologischer Sicht abzulehnen, sagte der Nabu-Meeresbiologe Kim Detloff. „Die Ostsee ist ein hoch gefährdetes Meer.“ Der Bau von weiteren Leitungssträngen werde zu massiven Sedimentumlagerungen führen mit der Folge des Wiedereintrags von im Meeresboden gebundenen Schad- und Nährstoffen in die Ostsee. Unter energiepolitischem Aspekt sei die Trasse überflüssig. „Die Pipeline ist für 40 Jahre ausgelegt, würde den Markt für Gas beflügeln und damit den Ausbau der Erneuerbaren Energie bremsen“, sagte Detloff. Ähnliche Argumente kommen vom BUND. „Die Ostsee-Pipeline ist nicht notwendig, da es keine Unterversorgung an Gas gibt“, sagte die BUND-Landesvorsitzende Corinna Cwielag.

Zu den Kosten der Eugal machte Gascade – ein Gemeinschaftsunternehmen von BASF und dem russischen Erdgasriesen Gazprom – keine Angaben. Die neue Trasse dürfte aber deutlich teurer als die Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (Opal) werden, deren Bau eine Milliarde Euro kostete. Anders als Opal und die Nordeuropäische Erdgasleitung (Nel) ist die Eugal als Doppelstrang geplant.

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