Von Sassnitz nach Ust-Luga : Neue Fähre nach Russland

Der Fährhafen Sassnitz  Archiv
Der Fährhafen Sassnitz Archiv

Neue Fähr-Route nach Russland geplant: Ende dieses Monats soll zwischen dem Fährhafen Sassnitz auf der Insel Rügen und dem neuen russischen Ostseehafen Ust-Luga ein regelmäßiger Fährverkehr aufgenommen werden.

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04. Mai 2012, 11:49 Uhr

Rostock | Bereits Ende dieses Monats soll zwischen dem Fährhafen Sassnitz auf der Insel Rügen und dem neuen russischen Ostseehafen Ust-Luga ein regelmäßiger Fährverkehr aufgenommen werden. Energieminister Volker Schlotmann (SPD) präzisierte am Mittwoch in Rostock auf einer verkehrspolitischen Veranstaltung des CDU-Wirtschaftsrates MV entsprechende Pläne der Russischen Eisenbahn (RZD). In Moskau war dem Minister jüngst in Gesprächen mit Vertretern des russischen Transportministeriums sowie der Russischen Eisenbahn die Aufnahme eines Fährverkehrs zwischen Sassnitz und Ust-Luga zugesagt worden.

Anders als in zurückliegenden Jahren habe "es diesmal nicht nur eine freundliche Zusage" gegeben, verwies Schlotmann auf die jahrelangen Bemühungen um einen regelmäßigen Liniendienst zwischen Ust-Luga und dem Fährhafen Sassnitz, der als einziger kontinental-europäischer Hafen über die Infrastruktur zur Anbindung an das russische Breitspur-Gleisnetz verfügt. RZD-Vizepräsident Salman Babayev habe sehr konkrete Angaben gemacht, Ende Mai dieses Jahres zunächst mit einem Fährschiff einen fahrplanbasierten Liniendienst zu starten. "Die Russen haben starkes Interesse an der Destination", betonte Schlotmann, auch weil es in jüngster Zeit deutliche Signale aus Nordrhein-Westfalen gebe, Frachtverkehre aus dem westlichen Bundesland nach Russland über den Fährhafen Sassnitz laufen zu lassen. "Nordrhein-Westfalen hat den Osten entdeckt."

Schlotmann kündigte an, dass er sich demnächst zu Gesprächen mit seinem nordrhein-westfälischen Amtskollegen in Schwerin treffen wolle, um die Möglichkeiten von Transporten zwischen Nordrhein-Westfalen und Russland via Mecklenburg-Vorpommern auszuloten. Der Fährhafen Sassnitz ist Deutschlands östlichster Tiefseehafen und schlägt jährlich rund fünf Millionen Tonnen Güter um.

Beim Besuch in Moskau hat Schlotmann nach eigener Aussage auch eine neue Entwicklung auf russischer Seite in punkto Reduzierung der Schwefeldioxid-Emissionen in der Ostsee-Schifffahrt ausgemacht. "Die Russen sind aufgewacht", bemerkte er. Den russischen Partnern sei erst jetzt richtig klar geworden, dass es mit den zumeist überalterten Schiffen unter russischer Flagge nicht möglich ist, das von der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO festgelegte und ab 2015 geltende Limit von 0,1 Prozent Schwefelanteil im Schiffstreibstoff einzuhalten. Mit Russland habe man neben den skandinavischen Ländern jetzt einen weiteren starken Verbündeten, um bei der IMO ein Moratorium des Schwefeldioxid-Limits zu erwirken. "Wir wollen einen zeitlichen Aufschub um fünf Jahre erreichen", sagte Schlotmann. Tritt die 0,1-Prozent-Regelung wie geplant schon 2015 in Kraft, befürchtet der Minister eine massive Rückverlagerung von Frachttransporten vom Schiff auf die Straße.

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