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Kriterien sollen einheitlich sein : Neue Debatte über Kopfnoten für Schüler

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Bildungsminister Brodkorb hat die Debatte über die Kopfnoten neu angestoßen. Er fordert die Schulleiter auf, an einheitlichen Kriterien für die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens der Schüler mitzuarbeiten.

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erstellt am 28.Aug.2012 | 07:32 Uhr

Schwerin | Bildungsminister Matthias Brodkorb (SPD) hat die Debatte über die Kopfnoten neu angestoßen. In einem Schreiben an die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern forderte er die Schulleiter auf, an einheitlichen Kriterien für die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens der Schüler mitzuarbeiten. Ziel sei es, künftig landesweit nachvollziehbare und transparente Maßstäbe anzulegen. Bislang gibt es zwar grobe Richtlinien vom Ministerium. Die Feinabstimmung jedoch kann jede Schule selbst vornehmen. Während einige Schulen ihre Kriterien auf fünf Seiten erläuterten, begnügten sich andere mit drei Sätzen, so ein Ministeriumssprecher. Künftig soll auch erreicht werden, dass für die Schüler in Bergen auf Rügen und in Boizenburg dieselben Maßstäbe gelten.

Torsten Werner, stellvertretender Vorsitzender des Landeselternrats, hält eine Neuordnung der Kopfnoten "nicht für das wichtigste Problem der Schulen, aber durchaus für wert, angepackt zu werden". Schließlich setze sich der Landeselternrat auch für die Vergleichbarkeit von Fachnoten ein, die nicht zwischen allen Schulen gegeben sei. Er würde sich sogar eine bundeseinheitliche Lösung wünschen. Werners Vorstandskollege Thomas Höfer glaubt allerdings, dass bei einer neuen Debatte über die Kopfnoten "nicht viel herauskommt". Am Ende würden sich Befürworter und Kritiker der Kopfnoten erneut gegenüberstehen. Dennoch hofft er, dass der Minister die Eltern rechtzeitig in die neue Debatte einbezieht.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Mecklenburg-Vorpommern steht der Vergabe von Kopfnoten nach wie vor kritisch gegenüber. "Auch die jetzige Form der Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens hat keine messbaren Ergebnisse oder Veränderungen gebracht", sagte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Detlef Klage. Zudem stelle sich "auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem die Frage nach Zensuren, egal wo, so überhaupt nicht mehr".

Die Kopfnoten waren nach heftiger Debatte im Landtag, wie auch zwischen Eltern, Lehrern und Schülern zum Schuljahr 2008/2009 für die Schüler der zweiten bis zur zehnten Klasse eingeführt worden. Sie würden die Erziehungsfunktion der Schule stärken, sagte der damalige Bildungsminister Henry Tesch (CDU) seinerzeit. Zudem seien sie "eine klare Rückmeldung" an Schüler und Eltern und dokumentierten "den erreichten Stand der Persönlichkeitsentwicklung".

Als Richtschnur für die Bewertung des Arbeitsverhaltens gab das Bildungsministerium den Schulen mit auf den Weg, auf die Anstrengungsbereitschaft, Mitarbeit und Fleiß, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Sorgfalt, Selbstständigkeit, Belastbarkeit und Ausdauer zu achten. Das Sozialverhalten sollte an den Umgangsformen des Schülers, der Einhaltung von Regeln, der Hilfsbereitschaft, dem Konfliktverhalten, der Kritikfähigkeit, der Teamfähigkeit und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, gemessen werden. Statt Einsen oder Vieren zu verteilen, sollen die Lehrer das Verhalten der Schüler dann mit "vorbildlich", "gut", "zufrieden stellend" oder "entwicklungsbedürftig" bewerten.

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