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Volkstheater Rostock : Neubau: Zeit war noch nie so günstig

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Aus der Onlineredaktion

Intendant Kümmritz mahnt zügiges Handeln an

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Der Intendant des Rostocker Volkstheaters, Joachim Kümmritz, hat Stadtverwaltung und Bürgerschaft dazu aufgerufen, die Planungen für den Theaterneubau voranzutreiben. „Jede weitere Verzögerung wird den dringend notwendigen Neubau verteuern“, sagte Kümmritz der Deutschen Presse-Agentur. Nach der Vorlage einer Funktionsstudie waren erneute Diskussionen aufgekommen. Grund dafür sind die veranschlagten Kosten von gut 100 Millionen Euro. In der Vergangenheit war stets von 50 Millionen Euro die Rede. „Für die 50 Millionen gab es keine Basis. Das hat niemand ernsthaft durchgerechnet.“ Kümmritz betonte, dass die 100 Millionen Euro für einen Baubeginn 2021 kalkuliert sind. Würde der Bau heute beginnen, sei mit 82 Millionen zu rechnen.

Als vordringlich bezeichnete Kümmritz die Planung für den Standort Bussebart fertigzustellen, um dann den Architektenwettbewerb ausloben zu können. Die Vorlaufzeit bis Baubeginn betrage mindestens drei Jahre. „Vom Land gibt es die Zusage von 25 Millionen Euro.“ Mehr sei nicht zu erwarten. Kümmritz verwies darauf, dass die Stadt fast entschuldet sei. Die freiwerdenden Gelder sollten für den Bau verwendet werden, der den Rostockern seit 25 Jahren versprochen wurde.

Gleichzeitig müsse beachtet werden, dass die laufenden Kosten eines Theaters zu mehr als 80 Prozent aus den Personalkosten bestehen. „Auch dafür gibt es einen Bürgerschaftsbeschluss: Rostock soll sein eigenes Theater haben.“ Ein Bespieltheater mit eingekauften Stücken würde nicht für eine Identifizierung der Rostocker mit „ihrem“ Theater sorgen. Zudem wäre laut Studie auch der Bau eines reinen Gastspielhauses mit 57 Millionen Euro zu veranschlagen. „Die Zeit für den Neubau war noch nie so günstig“, betonte Kümmritz.

Für die öffentliche Hand gebe es einen Zinssatz von unter einem Prozent. Er warnte auch vor dem Gedanken, dass mit einem geringeren Betrag der jetzige Bau saniert werden könne. „Alleine aus baurechtlichen Gründen ist das nicht möglich.“ Rostock begnügt sich seit der Zerstörung seines Theaters im Zweiten Weltkrieg mit einem umgebauten Provisorium.

Die Bürgerschaft hatte in der Vergangenheit schon bindende Beschlüsse zum Bau eines neuen Theaters und auch zum Standort Bussebart beim Stadthafen gefasst. „Eine Standortdiskussion ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar“, erklärte Kümmritz. Die im Juli vorgelegte Funktionsstudie berücksichtige die ebenfalls von der Bürgerschaft beschlossene Form des Mehrsparten-Theaters mit einer Mitarbeiterzahl von rund 250 und den Sparten Schauspiel, Oper und Orchester. Das Ballett soll noch bis Ende Juni 2019 Bestand haben.

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