Neubau-Debatte nimmt Fahrt auf

Das Rostocker Volkstheater. Foto: Archiv
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Das Rostocker Volkstheater. Foto: Archiv

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19. März 2013, 08:46 Uhr

Rostock | Während die Gespräche zur zukünftigen Theaterstruktur noch in vollem Gange sind, beschäftigt sich Rostock jetzt erneut mit einem Theater-Neubau. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) will eine Stiftung einrichten, um die Finanzierung für den Bau anzuschieben. "Ich habe der Kämmerei den Prüfauftrag dazu gegeben", sagte er gestern bei der Sitzung des Hauptausschusses. Die Stiftung soll seiner Vorstellung nach mit einem Grundkapital von 250 000 Euro und einer Million Euro als Zustiftungssumme ausgestattet werden. Woher das Geld kommen soll, sagte Methling dabei noch nicht.

In welcher Form das Volkstheater künftig mit anderen Bühnen kooperieren oder fusionieren wird oder inwiefern es seine Eigenständigkeit erhalten kann, ist unterdessen ebenfalls noch unklar. Zwar herrschte gestern bei Fraktionen der Bürgerschaft und OB weitgehend Einigkeit darüber, dass Rostock eine eigene Absichtserklärung verabschieden sollte, um Gespräche mit dem Kultusministerium und der Stadt Schwerin über die zukünftige Theaterstruktur aufzunehmen. Doch hängt auch einiges davon ab, wie Schwerin darauf reagieren wird. Über die Absichtserklärung, zu der Methling gestern einen Entwurf präsentierte, könnte die Rostocker Bürgerschaft womöglich auf einer Sondersitzung entscheiden. "Das wäre ein deutliches Zeichen unserer Gesprächsbereitschaft", sagte Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU). Tenor zur Strukturdebatte im Hauptausschuss blieb: Rostock soll sich neben Fusionsvarianten weiter für die Prüfung von Kooperationsmodellen einsetzen. Die zurzeit noch infrage kommenden Fusionsvarianten setzen einen Theaterneubau in Rostock voraus.

Für dessen Standortfindung arbeitet das Stadtplanungamt gerade an einer Beschlussvorlage. Die SPD-Fraktion der Bürgerschaft hat sich gestern in diesem Zusammenhang noch einmal für den Bussebart ausgesprochen. "Nach den vorliegenden Gutachten ist das bereits jetzt klar der beste Standort", sagt der Fraktionsvorsitzende Dr. Steffen Wandschneider. Die SPD will deshalb auf den von der Verwaltung vorgeschlagenen städtebaulichen Wettbewerb für den Stadthafen verzichten.

Der Wettbewerb sei notwendig, um den Christinenhafen zu entwickeln und würde auch Querungsmöglichkeiten über die L22 beinhalten. Das ist der SPD zu teuer und zu langwierig. Für den Bussebart als Theaterstandort sprächen hingegen die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und die geringen Kosten für Gründung und Hochwasserschutz. Der Theater-Neubau soll aus Sicht der SPD außerdem ein Bindeglied zwischen Langer Straße und Stadthafen werden.

Die Stadtverwaltung will ihre Beschlussvorlage zur Standortentscheidung im April der Bürgerschaft zur Entscheidung vorlegen. Sie soll eine Baumassenstudie und eine überarbeitete Baugrundabschätzung enthalten.

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