Jugendtreff in Kamern : Neuanfang – drei Jahre nach der Flut

Der alte Jugendtreff während der Flut im Sommer 2013.
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Der alte Jugendtreff während der Flut im Sommer 2013.

Der Jugendtreff in Kamern war 2013 durch das Hochwasser zerstört worden. Mit Spendengeldern unserer Leser wird er wieder aufgebaut

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09. Juni 2016, 21:00 Uhr

Den Kindern in Kamern bei Havelberg (Sachsen-Anhalt)wird sehr viel Geduld abverlangt. Vor drei Jahren versank die Elbe-Havel-Region in den Fluten, als der Elbdeich bei Fischbeck brach. Auch der Kinder- und Jugendtreff in Kamern stand wochenlang einen Meter tief im Wasser und war danach abrissreif. Die Kinder und Jugendlichen dieser strukturschwachen Region mit einer hohen Arbeitslosigkeit hatten ihren Freizeittreff verloren.

Leser unserer Zeitung sammelten damals 95  000 Euro, um den Opfern der Elbeflut zu helfen. 40  000 Euro davon wurden für den Wiederaufbau des für die Kinder so wichtigen Treffs in Kamern bereitgestellt. Doch erst jetzt – drei Jahre später – kann mit dem Bau begonnen werden. „Die Fundamente liegen, die Außenwände werden Schritt um Schritt hochgezogen“, sagte Rolf Müller, Leiter des Jugendzentrums in Havelberg, das den Treff betreibt. Das neue Gebäude wird aus Beton sein und kann damit einem Hochwasser widerstehen. 300  000 Euro kostet dieser Wiederaufbau.

Rückblende: Am 10. Juni 2013 brach der Deich bei Fischbeck nordöstlich von Magdeburg. Die Bilder gingen um die Welt. Tagelang strömten Wassermassen von der Elbe aus ins Hinterland und überfluteten eine riesige Fläche doppelt so groß wie die Müritz. In Kamern wurden 60 Gebäude beschädigt – darunter auch der Jugendtreff.

Schnelle unbürokratische Hilfe war den Opfern im Sommer 2013 versprochen worden. Doch erst im Oktober 2015 wurden die Fördergelder für den Wiederaufbau genehmigt. Die Verwaltung war nach der Flut überfordert. Bei der Investitionsbank (IB) und dem Landesverwaltungsamt waren knapp 7000 Hochwasser-Anträge eingegangen, davon etwa 1500 von Unternehmen.

Bis Weihnachten soll der neue Jugendtreff komplett fertig sein. „Das neue Gebäude wird viel schöner sein als das alte“, sagte Rolf Müller. Auch dank der 40000 Euro Spenden unserer Leser.

Mit den Spendengeldern konnte damals auch Elfriede Kober in Bälow (Prignitz) geholfen werden. In dem kleinen Häuschen der Rentnerin stand das Wasser ebenfalls über Wochen bis zu einem Meter hoch. Sie bekam von den Spenden 35000 Euro. Weihnachten 2013 konnte sie wieder ins komplett sanierte Haus ziehen. 20  000 Euro erhielt zudem die Freiwillige Feuerwehr in Fischbeck, deren Fahrzeuge durch die Flut zerstört worden waren.

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