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Kunden in MV am stärksten belastet : Netzkosten treiben Stromrechnung hoch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Umverteilung spart eine Milliarde

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2015 | 08:17 Uhr

Deutschlands armer Norden zahlt dem reichen Süden die Energiewende: Der massenweise Aufbau neuer Windkraftanlagen und der allein in der Region zu bezahlende notwendige Netzausbau belastet Privat- und Firmenkunden in MV mit zusätzlichen Millionenbeträgen. Eine von der Landesregierung im gerade vorgelegten Energiekonzept geforderte „verursachergerechte“ Umlage der Ausbaukosten auf alle Bundesländer würde Stromkunden im Nordosten bis 2023 um eine Milliarde Euro entlasten, geht aus einer Studie der TU Dresden hervor. Die Netzentgelte müssten gerechter verteilt werden, forderte Energieminister Christian Pegel (SPD).

Jetzt macht auch die Wirtschaft Druck: Durch die hohen Ausbaukosten müssten Firmen in MV bis zwei Cent je Kilowattstunde mehr an Netzkosten zahlen als Unternehmen in Schleswig-Holstein, erklärte Lothar Wilken von der Vereinigung der Unternehmensverbände (VUMV) gestern: „Ein klarer Wettbewerbsnachteil.“ Die „höhere Netzkosten-Belastung im Vergleich zu Nachbar- und Wettbewerbsregionen für MV muss gesenkt werden“, hatte die Dachorganisation von 31 Arbeitgeber- und Branchenverbänden gefordert.

Die Energiewende kommt Verbrauchern in MV teuer zu stehen: Tendenziell werde die regionale Ungleichverteilung der Netzkosten zunehmen, erwarten die Dresdner Forscher. Allein für die Kosten des Stromnetzausbaus müssen Kunden mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zwischen 80 und 120 Euro mehr bezahlen als Verbraucher in Bayern oder Bremen, geht aus einer Studie des Leipziger Instituts für Energie im Auftrag von Grünen-Landtagsfraktionen hervor. Die Wirtschaft drängt: Angesichts der Strompläne des Landes fordert Wilken, das Ausbautempo mit dem Leitungsausbau zu synchronisieren und gegebenenfalls zu drosseln. MV will bis 2025 6,5 Prozent der in Deutschland benötigten elektrischen Energie liefern – dreimal mehr als bislang.

Nachteile ergeben sich indes auch für Gaskunden in MV: Verbraucher im Nordosten müssen überdurchschnittlich hohe Preise bezahlen, ergab ein gestern vorgestellter Ländervergleich des Verbraucherportals Verivox – ein Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden im Schnitt 1347 Euro, sechs Prozent mehr als im Bundesschnitt. Der Grund: hohe Kosten für das Gasnetz. In MV werden Verivox zufolge bundesweit die höchsten Entgelte verlangt – 391 Euro.

 

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