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Nestlé zieht weitere Investoren nach Schwerin

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erstellt am 13.Jun.2013 | 10:49 Uhr

Schwerin | Nestlé ist schon da, neue Investoren kommen: Der Bau des neuen Kaffeewerkes des Lebensmittelkonzerns Nestlé zieht einen weiteren Weltkonzern nach Schwerin. Der im deutschen Leitindex DAX notierte Gase-Hersteller Linde baut für das Kapselwerk eine Anlage zur Stickstoffproduktion. Der Technologiekonzern stecke eine Million Euro in die neue Anlage, teilte Linde-Sprecher Uwe Wolfinger auf Anfrage unserer Zeitung mit. In der so genannten Ecovar-Anlage sollen vor Ort ausschließlich für Nestlé Gase hergestellt werden, die zur Kapselproduktion erforderlich seien. Bis zu fünf neue Arbeitsplätze sollen entstehen, erklärte Wolfinger.

Flugzeugteile und Kaffee statt Autos: Nach der Ansiedlung des Airbus-Zulieferers Flamm Aerotec, des Drehteile-Herstellers PTS Precision, Nestlés und Lindes kommt allmählich Bewegung in den größten Industriepark in Westmecklenburg. Die 350 Hektar große Fläche war um die Jahrtausendwende mit Millionenaufwand für die Ansiedlung des neuen BMW-Werkes erschlossen worden. Die bayrischen Autobauer hatten Schwerin seinerzeit zwar in die letzte Standort-Auswahlrunde einbezogen, dann aber 2001 doch Leipzig den Vorrang gegeben. Die Region hatte seinerzeit auf etwa 3000 neue Arbeitsplätze gehofft.

Doch auch ohne BMW beginnt sich der Standort allmählich bei Investoren herumzusprechen. Mit Produktionsbeginn im neuen Kaffeewerk wird der Industriepark in den den vier Unternehmen Arbeit für insgesamt 740 Beschäftigte bieten. Nestlé-Deutschlandchef Gerhard Berssenbrügge geht davon aus, dass sich in den nächsten Jahren "mehr und mehr Firmen in Schwerin ansiedeln" werden: Das Kaffeewerk habe Magnetwirkung, meinte er. Derzeit liefen mit Investoren "gute Gespräche über mindestens drei Projekte", erklärte Michael Sturm, Chef der landeseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV. Einzelheiten nannte er nicht. In den letzten Monaten war immer wieder vom Bau eines neuen Werkes zur Herstellung von Milchpulver die Rede gewesen.

Die Stadt bereitet sich vor: Ende des Jahres werde mit der weiteren Erschließung des Areals begonnen, teilte die Wirtschaftsfördergesellschaft Schwerin mit. Kosten: etwa sieben Millionen Euro. Das Land hält indes an einem direkten Anschluss des Industrieparks an das Autobahnnetz fest. Das Gebiet solle über die geplante Anschlussstelle Schwerin-Süd angebunden werden, erklärte das Verkehrsministerium mit. Dazu hätten die Stadt Schwerin, der Landkreis und das Straßenbauamt Schwerin eine entsprechende Planungsvereinbarung geschlossen. Der zunächst geplante, etwa 20 Millionen Euro teure Anschluss des Industrieparks an das Bahnnetz ist allerdings vom Tisch. Nestlé habe entsprechende Pläne zurückgezogen, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

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