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Nestlé investiert 220 Millionen Euro in Schwerin

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erstellt am 24.Feb.2012 | 09:40 Uhr

Schwerin | Es ist die größte Einzelinvestition in der Ernährungswirtschaft in MV, kostet 220 Millionen Euro und bringt 450 tarifgebundene neue Jobs nach Westmecklenburg: Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé baut in Schwerin das nach eigenen Angaben modernste Kaffeewerk Europas zur Produktion von Dolce Gusto Kaffeekapseln. Ab Sommer 2012 rollen die Bagger, ab Ende 2013 rollt die Produktion. Ende 2014 soll das Werk seine volle Kapazität erreichen und auf 12 Linien je Stunde insgesamt 450 000 Kaffeekapseln herstellen. Ein Meilenstein in der Geschichte Nestlé und des deutschen Marktes, bewertete Europachef Laurent Freixe gestern die Investition. Schwerin werde nach Tutbury in Großbritannien und Girona in Spanien des dritte Werk für die Produktion von Kaffeekapseln sein.

Mit der Bauentscheidung hat Mecklenburg den Standortwettbewerb gegen Interessenten aus Frankreich und anderen deutschen Standorten wie Mainz für sich entschieden. Für Schwerin habe die Nähe zum deutschen Markt, die in der Region vorhandenen "exzellent ausgebildeten Arbeitskräfte mit hochentwickelten technischen Fähigkeiten" und die Nähe zum Kaffeehafen Hamburg sowie dem Nestle-Zentrum Berlin gesprochen, sagte Freixe. Vor allem aber habe Schwerin in den Ansiedlungsverhandlungen mit der Schnelligkeit und Professionalität der Wirtschaftsförderer und der Verwaltungen des Landes und der Stadt beeindruckt. Die Investition stärke den Standort Mecklenburg-Vorpommern, begrüßte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) die Entscheidung. MV erweise sich einmal mehr als attraktiver Standort für die Ernährungswirtschaft, fügte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hinzu. 450 neue Jobs - "eine großartige Zahl", meinte der Regierungschef. Um so mehr, da Nestlé in Schwerin tarifgebundene Arbeitsplätze einrichten wolle - "ein gutes Signal" angesichts der Initiativen der Landesregierung zur Hebung des Lohnniveaus in MV. Die Jobs dürften begehrt sein: Anfang 2013 beginne das Bewerbungsverfahren, teilte Nestle-Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge mit. Gesucht würden u. a. Ingenieure, Labormitarbeiter und Produktionsarbeiter.

Nestlé kann indes mit Zuschüssen der Steuerzahler rechnen - bis zu 50 Millionen Euro Wirtschaftsförderung. Außerdem kommt voraussichtlich die öffentliche Hand mit einem zweistelligen Millionenbetrag für den Bau eines Gleisanschlusses für das neue Werk auf.

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