Staub im Industriegebiet Göhrener Tannen : Nestlé arrangiert sich mit Rennstrecke

Die Offroader wirbeln beim bevorstehenden 24-Stunden-Rennen auf Europas längster Rennstrecke viel Staub auf. Der Lebensmittelhersteller Nestlé zeigt sich davon bislang unbeeindruckt und begrüßt die Werbung für die Region. Foto: Sorea
Die Offroader wirbeln beim bevorstehenden 24-Stunden-Rennen auf Europas längster Rennstrecke viel Staub auf. Der Lebensmittelhersteller Nestlé zeigt sich davon bislang unbeeindruckt und begrüßt die Werbung für die Region. Foto: Sorea

Es ist staubig, dort wo der Lebensmittelhersteller Nestlé sein neues Großwerk auf das 31 Hektar große Areal im Schweriner Süden hinsetzt. Staub ist charakteristisch für die Göhrener Tannen.

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31. Juli 2012, 07:20 Uhr

Göhrener Tannen | Es ist staubig, dort wo der Lebensmittelhersteller Nestlé sein neues Großwerk auf das 31 Hektar große Areal im Schweriner Süden hinsetzt. Staub ist charakteristisch für die Göhrener Tannen. Mitte August wird es staubig. Am 17. und 18. August trifft sich die deutsche Offroad-Szene im angrenzenden Schweriner Offroad- und Eventpark (Sorea). Knapp 50 Teams haben sich schon für den Lauf zur Deutschen Meisterschaft angemeldet. Für den Lebensmittelhersteller Nestlé scheint das kein Problem zu sein.

"Im Gegenteil", sagt Rennorganisator Ingo Kaldarasch nach einem Treffen mit Nestlé-Projektmanager Jens Ehrhardt. "Er findet es wichtig, Projekte - wie unseres - zu unterstützen", so Kaldarasch weiter. Immerhin hatte das 24-Stunden-Rennen im vergangenen Jahr Größen der deutschen Motorsportszene und mehrere tausend Besucher in die Göhrener Tannen gezogen.

Aber auch die Schweriner Offroader sind dem Lebensmittel-Konzern entgegengekommen und haben ihre Rennpiste kurzerhand verlegt. "Die Bahn tangiert das Nestlé-Gelände nun nicht mehr", erklärt Kaldarasch. An der Länge von Europas längster Rennstrecke ihrer Art änderte sich dadurch nichts. Sie misst weiterhin 17 Kilometer.

Für Schwerins Offroader war gleichzeitig von vornherein klar, dass die Nestlé-Ansiedlung eine wichtige Entwicklung für die Großregion Schwerin ist. "Die Landeshauptstadt kann darauf einfach nicht verzichten", so Kaldarasch. Der Konzern baut im Industriepark ein Werk zur Herstellung von Kaffeekapseln für Nescafé Dolce Gusto und investiert mehr als 220 Millionen Euro, immerhin die größte Einzelinvestition des Unternehmens auf dem deutschen Markt nach der Wiedervereinigung. 450 Menschen sollen dort arbeiten. Und die Nestlé-Ansiedlung könnte weitere Unternehmen nach Schwerin ziehen. Kommt mehr Industrie, wird wohl die Schweriner Rennstrecke verkleinert.

Die Schweriner Offroader sehen darin erst einmal kein Problem. Sie freuen sich nach Aussage von Kaldarasch über jeden wirtschaftlichen Erfolg und damit entstehende Arbeitsplätze. Schließlich werben auch die Schweriner Freizeitsportler mit den Rennen der Deutschen Meisterschaft für ihre Region und das Land Mecklenburg-Vorpommern. Mit Erfolg: In diesem Jahr finden voraussichtlich sogar zwei Wettkämpfe dieser Art in den Göhrener Tannen statt. Und auch Nestlé-Projektmanager Ehrhardt will sich das anschauen. "Ich habe ihn zum 24-Stunden-Rennen eingeladen und er wird sehen, ob er Zeit findet", sagt Ingo Kaldarasch.

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