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Neonazi-Aufmarsch am 1. Mai - 1000 Polizisten im Einsatz

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erstellt am 30.Apr.2012 | 12:43 Uhr

Neubrandenburg | Etwa 3000 Menschen waren am 1. Mai vergangenen Jahres gegen den Aufmarsch von 350 Rechtsextremen in Greifswald auf die Straße gegangen. In diesem Jahr will die NPD in Neubrandenburg unter dem Motto "Leben und Arbeiten in der Heimat" aufmarschieren. Es wird mit etwas weniger als 300 Neonazis gerechnet. Einige NPD-Landespolitiker wie Udo Pastörs werden am 1. Mai allerdings vermutlich nicht nach Neubrandenburg kommen und stattdessen in Neumünster den schwachen schleswig-holsteinischen Landesverband beim Wahlkampf unterstützen.

Wie in Greifswald will die Polizei auch in Neubrandenburg mit einem Großaufgebot der Polizei Ausschreitungen verhindern. Wie unsere Redaktion aus Polizeikreisen erfuhr, ist der Einsatz von etwa 1000 Polizeibeamten geplant. "Wir haben Voraussetzungen geschaffen, um die Lage nicht eskalieren zu lassen", sagte der Leiter der Polizeiinspektion Neubrandenburg, Siegfried Stang. Die Polizei sieht ihr Einsatzgebiet laut Pressesprecherin Nicole Buchfink "überwiegend im Bereich der Ihlenfelder Vorstadt". Denn die Demonstration der Neonazis soll nicht wie urspünglich von ihnen geplant in der Neubrandenburger Oststadt, sondern auf dem Parkplatz Ihlenfelder, Ecke Johannesstraße beginnen. Grund: Gegner des Aufmarsches haben eigene Kundgebungen in der Oststadt und im Zentrum angemeldet und damit die Rechtsextremen verdrängt.


Welche Route der Demonsrationszug letztlich nehmen wird, kann auch Rainer Plötz, Leiter des Kreisordnungsamtes, nicht sagen. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden am Tag selbst noch operative Veränderungen vorgenommen", schätzte er ein. Die Gegner des Neonazi-Aufmarsches rechnen wie im vergangenen Jahr mit 3000 Teilnehmern. Busse aus Rostock und Greifswald sind bereits gechartert. Plötz geht von massiven Verkehrseinschränkungen durch viele Gegendemos aus.

Sieben Veranstaltungen wurden von Demonstrationsgegnern im gesamten Stadtgebiet bislang angemeldet. Gewerkschaften, Parteien, Vereine und Verbände haben auf dem Markt das dritte Neubrandenburger Demokratiefest geplant. Vorgesehen sind von 10 bis 16 Uhr zahlreiche Angebote für die ganze Familie von Theater, Satire, Musik und Tanz bis zu "Medizin nach Noten". Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz geben Einblicke in ihre Arbeit und Technik. In der Oststadt ist ein Friedensfest auf dem Parkplatz Kopernikusstraße angemeldet, wo auch um 11.30 Uhr die Demonstration der Nazi-Gegner beginnen soll. Ein Sprecher des Bündnisses "Nazifrei Neubrandenburg" sagte gegenüber unserer Redaktion, es seien auch friedliche Aktionen in der Ihlenfelder Vorstadt geplant. 2009 platze eine NPD-Mai-Demonstration in der Viertorestadt, weil sich das Bündnis "Neubrandenburg - Bunt statt Braun" erfolgreich dagegen stellte.

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