Reaktionen im Netz : Neid-Debatte oder Armutszeugnis?

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Auf den Facebook-Seiten unserer Zeitung rief die Schulwahl unterschiedliche Reaktionen hervor.

svz.de von
06. September 2017, 21:00 Uhr

Einige Leser können die Diskussion nicht nachvollziehen, halten sie für überflüssig. So auch Ralf Matthe: „Hat Mecklenburg Vorpommern (...) nicht ganz schwerwiegende Probleme, wie Lohndumping, steigende Kinder- und Altersarmut, Abwanderung der jungen, gut ausgebildeten Fachkräfte und viele andere Dinge mehr!“.

Ähnlich denkt auch Lilly Blaudszun: „Kann sie mit ihren Kindern nicht machen was sie will? Auch ,normale’ Bürger*innen schicken ihr Kind auf eine Privatschule“. Eine Neid-Debatte vermutet Frauke Lochow: „Wenn ihr die Mittel hättet, würdet ihr auch darüber nachdenken und es sogar tun! Es ist ihr gutes Recht!“

Schwesigs Entscheidung nachvollziehen kann Ute Hirt-Merkel: „Bei Prominenten (und da gehören Politiker dazu) ist die Privatschule oft die einzige Möglichkeit, das Kind ,unbehelligt’ aufwachsen zu lassen. Das muss nichts mit mangelnder Qualität der öffentlichen Schulen zu tun haben.“

Doch es gibt auch kritische Stimmen. „So weit reicht die ,Volksnähe’ der Ministerpräsidentin dann

wohl doch nicht, ihrem Kind die Vorzüge des Systems zuteil werden zu lassen, für welches sie selbst verantwortlich ist und welches sie selbst dem Volk zumutet“, so Olav Müller.

Dietrich Bussler reibt sich insbesondere an der Vorbildfunktion der Ministerpräsidentin: „Die Genossin Schwesig ist doch die erste Vertreterin des Staates hier bei uns in MV? Oder nicht? Und genau diese First Lady des Staates verschmäht das eigene Angebot. Das ist in der Tat besonders. Sehr speziell sogar.“

Verena Riemer findet ebenfalls konkrete Worte: „Natürlich hat jeder das Recht auf freie Schulwahl – auch eine SPD-Ministerpräsidentin. Doch wenn Frau Schwesig die öffentlichen Schulen nicht gut genug sind für ihr Kind, so stellt sie der langjährigen SPD-Politik im Land ein öffentliches Armutszeugnis aus“.

Tilo Pilop erkennt die Bredouille, in der sich Schwesig befindet und fasst die Diskussion treffend zusammen: „Die Schulwahl ist natürlich jedem selbst überlassen. Auch weil es um die Zukunft des eigenen Kindes geht. Aber hier ist sie in einer Zwickmühle und da muss Sie sich leider, als Person des öffentlichen Lebens, diese Kritik gefallen lassen.“

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