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Foto-AG Ludwigslust : NDR will unliebsame Fotoausstellung

vom

Die im Landratsamt amtlich abgehängte Ausstellung „Homeland in war" (Heimat im Krieg) der Foto-Arbeitsgemeinschaft Ludwigslust wird im März im Landesfunkhaus des NDR in Schwerin der Öffentlichkeit präsentiert.

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erstellt am 08.Feb.2012 | 10:17 Uhr

Ludwigslust | Die im Landratsamt amtlich abgehängte, vom Land prämierte Ausstellung "Homeland in war" (Heimat im Krieg) der Foto-Arbeitsgemeinschaft Ludwigslust wird im März im Landesfunkhaus des NDR in Schwerin der Öffentlichkeit präsentiert. Die improvisierten, zu großformatigen Wandbildern gewandelten Kriegsszenen von Schülern des Goethe-Gymnasiums und Mentor Christian "Moe" Möller wurden vorgestern Abend aus dem Kino "Luna Filmtheater" mit einer Diskussionsrunde verabschiedet. Die Ausstellung geht in Landesfunkhaus. Die jugendlichen Darsteller, Filmer und Fotografen stellten sich vorgestern den Fragen der gut 30 Jugendlichen und Erwachsenen, die mehr wissen wollten.

Zur Diskussion war vorgestern auch ein Filmteam des NDR angereist, interviewte die Protagonisten und begleitete die Veranstaltung. Darüber wird um 19.30 Uhr im heutigen MV-Nordmagazin im regionalen Dritten ein Beitrag ausgestrahlt.

Eingeladen zur Diskussionsrunde war Landrat Rolf Christiansen, der sich jedoch aus terminlichen Gründen entschuldigen ließ. Einen Vertreter schickte er jedoch offensichtlich nicht, wie "Moe" Möller wusste. Das bedauerten die Mitglieder der Foto-AG Ludwigslust im Besonderen. Die Akteure wollten nochmals informieren, dass ihre improvisierte Kunst nicht als pure Schockwelle gedacht war. Die im Frieden aufgewachsenen Jugendlichen haben ihr Verständnis von Krieg auf öffentlichen Plätzen auf digitale Medien gebannt, um zu mahnen und selbst nachzuempfinden. "Krieg in ihrer Heimat, da kommt es einem übel hoch", meinte Poppy Fitzgerald Clark, "wir haben unsere Vorstellungen dargestellt, die uns aus Fernsehbildern, der Schule und aus der Presse bekannt waren." "Verherrlichen oder Krieg spielen, das war nie das Ziel unseres Handels", informierten Marcus und Lukas Wojatschke wie Lotte Gollnik, die vor und hinter den Objektiven agierten.

Es war ein munteres Hin und Her innerhalb der Diskussionsrunde. Die Fragen der Gäste kreisten zum größten Teil um die Fragen, wie es zu der Idee kam, welcher Aufwand betrieben wurde oder wie die Menschen auf der Straße reagierten, als sie die Szenen zu den Shootings vorbereitet wurden. Es erstaunte schon, dass die Gymnasiasten völlig unkompliziert die Schrecken von kriegerischen Handlungen betrachten; nicht zuletzt, weil diese Gräuel täglich in den Medien präsent sind. Als Friedenskinder sah die AG-Runde es umso mehr als wichtig an, Bildnisse der Gewalt durch militärische Auseinandersetzungen vor der eigenen Haustür auszuprobieren. Das stieß durchaus bei älteren Mitmenschen auf Ablehnung. Doch es gab ebenso viele anerkennende Worte, informierte "Moe" Möller.


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