Bornhövedstraße Schwerin : Naturschutz bremst Marina aus

Foto: Klawitter
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Die geplante Marina ist vorerst in weite Ferne gerückt. Zunächst muss ein Umweltgutachten erarbeitet werden. Auf ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren hatten sich im vergangenen Jahr zwei Investoren gemeldet.

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25. Mai 2012, 06:44 Uhr

Werdervorstadt | Die an der Bornhövedstraße geplante Marina ist vorerst in weite Ferne gerückt. Zunächst muss ein Umweltgutachten erarbeitet werden. Das aber ist noch gar nicht begonnen worden.

Auf ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren hatten sich im vergangenen Jahr zwei Investoren gemeldet, die das zum alten Klärwerk gehörende Areal mit Bootsstegen, Ferienwohnungen und Caravan-Stellplätzen entwickeln wollten. Doch sie befanden die Flächen als zu klein, um sie wirtschaftlich betreiben zu können. Deshalb hat die Stadt die daneben liegenden Flächen der einstigen Fokker-Flugzeugwerke gekauft. Jetzt könnte es mit den Planungen losgehen. "Die Stadt ist jetzt im Besitz eines etwa einen Kilometer langen Uferstreifens", sagt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. "Damit sind auch die Möglichkeiten größer geworden." Friedersdorff spricht von zusätzlichen Nutzungen, um einen Anziehungspunkt für Touristen zu schaffen. "Wir können und müssen das Nutzungskonzept neu ausschreiben", sagt der Baudezernent. Doch das Umweltamt bremst.

Der Schweriner See ist so genanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) und EU-Vogelschutzgebiet. Damit steht die ganze Region unter besonderem Schutz. Das macht es erforderlich, dass für die Marina in der Bornhövedstraße ein FFH-Gutachten angefertigt werden muss. Die Arbeiten sollten bereits im Januar dieses Jahres beginnen. Doch das Umweltamt sah sich überfordert. Zunächst musste nämlich die Umweltverträglichkeit für den Schlossbucht-Anleger untersucht werden. Denn dieses Vorhaben hat für den Umweltdezernenten Wolfram Friedersdorff absolute Priorität. Nun muss nach einer Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und auf Forderung des Umweltministeriums zusätzlich eine 40 000 Euro teure FFH-Hauptstudie gefertigt werden. Beides - Studie und Gutachten - gleichzeitig zu begleiten, überfordert das städtische Umweltamt. Frieder sdorffs großes Thema Schlossbucht-Anleger hat daher absoluten Vorrang.

Deshalb wird das sehr umfangreiche und rund 150 000 Euro kostende FFH-Gutachten für die Marina erst im Januar 2013 begonnen werden können. Die Untersuchungen werden etwa ein Jahr dauern. Damit ist eine Entwicklung des ehemaligen Klärwerks- und des Fokkergeländes vor 2014 auf gar keinen Fall möglich.

Welche Pläne die Stadt für die erste Wassertankstelle Schwerins verfolgt, lesen Sie am Dienstag.

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