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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 05:05 Uhr

Croy-Teppich : National wertvolles Kulturgut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Festakt für Aufnahme des Croy-Teppich der Greifswalder Uni / Auf einer Stufe mit Himmelsscheibe von Nebra

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Mit einem Festakt ist gestern die Aufnahme des Croy-Teppichs der Universität Greifswald als national wertvolles Kulturgut gefeiert worden. „Der Monumentalteppich aus der Zeit der Renaissance wurde damit auf dieselbe Stufe gestellt wie die Lutherstube in Eisenach, die Bremer Hansekogge oder die Himmelsscheibe von Nebra“, sagte die Rektorin der Greifswalder Universität, Eleonore Weber, gestern.

Der um 1554 gewirkte Monumental-Teppich gilt als eine der künstlerisch bedeutsamen Hinterlassenschaften aus dem pommerschen Herzoghaus und Zeugnis des Protestantismus. Er war Anfang des Jahres in die Liste der national wertvollen Kulturgüter Deutschlands aufgenommen worden. Er sei identitätsstiftend für die Universität, für Vorpommern und Deutschland, sagte Kustodin Birgit Dahlenburg. Der monumentale Renaissance-Teppich wird als Leihgabe der Universität seit 2005 in der landesgeschichtlichen Ausstellung des Pommerschen Landesmuseum in Greifswald präsentiert. Das 4,46 Meter hohe und 6,90 Meter breite Kunstwerk zeigt 20 Prinzen und Prinzessinnen aus dem Hause Pommern und Sachsen. Zentrale Figur des Teppichs ist Martin Luther. Auftraggeber war der kunstsinnige Herzog Philipp I. von Pommern-Wolgast (1515-1560). Mit diesem Teppich habe der Herzog in einer Zeit erbitterter Kämpfe um den „wahren“ christlichen Glauben ein wertvolles künstlerisches Denkmal anfertigen lassen. 1536 heiratete der Pommernherzog Philipp I. die sächsische Prinzessin im Schloss zu Torgau. Auf dem Wandteppich sind seine Kinder und die Verwandten aus der Herzogsfamilie zu sehen und auch die Familienangehörigen von seiner Ehefrau Maria von Sachsen. Herzog Ernst Bogislaw von Croy stiftete den Teppich zusammen mit goldenem Siegelring und Kette 1681 der Universität Greifswald. Kette und Ring werden seit dem 19. Jahrhundert als Amtsinsignien des Rektors genutzt.


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