Bestand in Schach halten : Nandu-Eier dürfen angebohrt werden

Männliche Tiere kümmern sich bei den Nandus um den Nachwuchs - und der wird gut beschützt.
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Männliche Tiere kümmern sich bei den Nandus um den Nachwuchs - und der wird gut beschützt.

Die von ihnen verursachten Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen haben zugenommen

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28. April 2017, 20:50 Uhr

Der Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg darf im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee auf Antrag Eier der wildlebenden Nandus anbohren und damit vernichten. Dies sei das mildeste Mittel, damit die Nandu-Population und die damit einhergehenden landwirtschaftlichen Schäden nicht weiter anwachsen, teilte das Schweriner Landwirtschaftsministerium gestern mit. Die Ausnahmegenehmigung wird durch das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe erteilt.

Nandus sind flugunfähige Laufvögel, die bis zu 25 Kilogramm schwer werden und aus Südamerika stammen. Der Nandu-Bestand im Biosphärenreservat Schaalsee geht auf einige wenige Tiere zurück, die 1999 aus einem Gehege im schleswig-holsteinischen Groß Grönau (bei Lübeck) entlaufen sind. Inzwischen wurden 220 freilebende Tiere gezählt. Seit 17 Jahren wird der Nandu-Bestand zweimal jährlich im Hauptverbreitungsgebiet im Landkreis Nordwestmecklenburg erfasst.

Die Vögel halten sich in diesem Jahr im nördlichen Umland des Ratzeburger Sees auf, insbesondere zwischen Utecht und Schattin. Sie ernähren sich meist von Raps, Rüben und Weizen. Die von ihnen verursachten Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen haben laut Ministerium zugenommen. Beispielsweise mussten in diesem Frühjahr etwa 15 Hektar Raps umgebrochen und mit anderen Kulturen bestellt werden. Versuche, die Tiere zu vergrämen, scheiterten bisher.

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