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Prozess nach Foltertod in Alt Rehse : Nächster Zeuge berichtet von Geständnis

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erstellt am 01.Mär.2017 | 13:38 Uhr

Der Prozess gegen einen Mann, der seine Lebensgefährtin im Juni 2016 zu Tode gefoltert haben soll, verzögert sich. Das Verfahren am Landgericht Neubrandenburg wurde am Mittwoch nach zwei Stunden vertagt, weil eine wichtige Zeugin nicht kam. Dafür sagte ein Gefängniswärter als weiterer Zeuge aus, dass der Angeklagte in der Haft gestanden habe, seine Lebensgefährtin misshandelt zu haben. Der Prozess soll jetzt am 17. März fortgesetz werden, wie Richter Klaus Kabisch sagte. Dann solle auch ein Urteil fallen.

Dem Angeklagten aus Alt Rehse bei Neubrandenburg wird Freiheitsberaubung und Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen.

Er soll die 32 Jahre alte Frau nackt ans Bett gefesselt, sie mit einer Peitsche geschlagen und ihr weder Essen noch Trinken gegeben haben. Sie starb. Ihre stark verweste Leiche wurde aber erst Anfang August, also zwei Monate später, im Haus des Angeklagten gefunden.

Im 'Haus Rethra' in Alt Rehse spielte sich die Tat ab.

Im "Haus Rethra" in Alt Rehse spielte sich die Tat ab.

Foto: dpa
 

Vor Gericht schweigt der Angeklagte bisher zu dem Tatvorwurf. „Er hat in der Justizvollzugsanstalt gesagt, er habe sie gefesselt und gepeitscht“, sagte der Gefängniswärter als Zeuge. Als die Frau in Ohnmacht fiel, habe er sie einmal wiederbelebt. Er habe auch gesagt: „Sie war beim BND, ich werde bespitzelt, und alle sind gegen mich.“ Bei dem zufälligen Gespräch im Gefängnis sei der Angeklagte dann in Tränen ausgebrochen. Ähnliches hatten zuvor zwei Polizisten vor Gericht erklärt.

Zu der Beginn der Verhandlung hatte der Angeklagte erneut die Abberufung seines Verteidigers gefordert, weil das Vertrauensverhältnis gestört sei. Das lehnte die Kammer ab. Der Angeklagte ist Computerfachmann, stammt aus der Nähe von Stuttgart und war vor Jahren nach Alt Rehse gezogen. Er lehnt es ab, mit der psychatrischen Gutachterin zu sprechen, die den Angeklagten einschätzen sollte.

Der Mann hatte die 32-Jährige, die aus Rheinland-Pfalz stammt, über das Internet kennengelernt. Sie war vorher durch eine Sat.1-Kuppelshow im TV und im Internet vorübergehend bekannt geworden. Die Frau wurde bei Amtsgeschäften gerichtlich betreut.  

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