Schuluniform : Nackte Haut im Unterricht

Dresscode an Schulen: Wann ist kurz zu kurz?
Dresscode an Schulen: Wann ist kurz zu kurz?

Ein Würzburger Gymnasium möchte eine Kleiderordnung einführen. Das sorgt auch an Schulen in MV für Diskussionen.

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04. Juni 2015, 06:00 Uhr

Zu viel nackte Haut sorgte vergangene Woche an einem Würzburger Gymnasium für Diskussionen. Demnach seien immer wieder Jugendliche in sehr knapper und provokanter Kleidung im Unterricht erschienen. Eine Initiative von Eltern erarbeitete daraufhin zusammen mit Schülern und Lehrern eine Kleiderordnung für die Schule. Der Dresscode sorgt auch an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern für Diskussionen.

Es erinnert an den Fall von 2001 an einer Schule in Friedland bei Neubrandenburg. Damals erregte der Anblick eines nackten Bauches einer 13-jährigen Schülerin Anstoß. Das Mädchen wurde zum Umziehen nach Hause geschickt und die Schulordnung um einen Eintrag verschärft, der „übertrieben freizügige Bekleidung“ auf dem Schulgelände verbot. Doch schließlich ruderte die Schule dann doch zurück.

Regelungen durch das Bildungsministerium zur Kleiderordnung in MV gibt es nicht. Schulen haben zwar die Möglichkeit, über die Schulordnung den Dresscode zu bestimmen, das ist jedoch nur mit der Zustimmung des Schulrats möglich. Doch davon wird in MV kaum gebraucht gemacht.

„Es gibt bei uns keine ellenlange Verbots- oder Regelliste“, meint beispielsweise Schulleiter Wolfgang Rosenow von der ecolea Schule in Güstrow. Es käme zwar immer mal wieder vor, dass vor allem Mädchen sehr freizügig im Unterricht erschienen, in diesem Fall würde eine Lehrerin das Gespräch mit der Schülerin suchen. „Ich würde allerdings abrupt reagieren, wenn ein Schüler mit Kleidung mit rechten Symbolcharakter in der Schule erscheint. Eine Verordnung gibt es dazu aber nicht“, meint Rosenow.

Hinweise zur Kleiderordnung in der Schulordnung erachtete das Bildungsministerium durchaus für sinnvoll, so ein Sprecher: „Hinsichtlich rechtspopulistischer Kleidung haben sich Regelungen über die Schul- oder Hausordnung bislang immer bewährt.“ Jedoch fehlt es an einer einheitlichen Regelung. „Es gibt keine untergesetzlichen Regelungen, die die Form und die Inhalte einer Schulordnung und somit auch einer Kleiderordnung regeln“, so der Sprecher.

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