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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 01:25 Uhr

Nachts zum Tanzen ins Museum

vom

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2012 | 09:41 Uhr

Reutershagen | Die großformatigen Exponate der Credo-Ausstellung sind schon verpackt und werden abtransportiert. Wenn die kostbaren Bilder in der Kunsthalle hängen, ist besondere Vorsicht gefragt. Es herrscht ehrerbietige Ruhe, die Schritte der Besucher sind entschleunigt. Nicht so dieses Wochenende. Dann wird die Kunsthalle zum Club, dann strömt das Rostocker Partyvolk in das Museum und tanzt zu elektronischen Beats und den Pop-Hits der 80er-Jahre.

Dirk Rißmann hat die Party organisiert. Bereits zum dritten Mal nutzt er die Ausstellungspause im Museum am Schwanenteich für seine Musik-Veranstaltung "Fisch und Liebe" am Sonnabend. Zuvor lädt er am Freitag zur Doppel-Party "Thirty Dancing meets Models and Bottles". "Das soll aber keine klassische Ü30-Party werden", sagt der DJ. Darum gebe es neben dem Floor im Erdgeschoss, wo die altbekannten Hits der 80er zu hören sein werden, einen zweiten Tanzbereich. Der wird eine Etage darüber die Titel in einem frischen Gewand präsentieren. Moderne Beats sollen den Diskofox-Charakter, der im Erdgeschoss gepflegt wird, aufbrechen.

Auch einheimische Acts präsentieren sich

Am Sonnabend sind die Rhythmen dann brandaktuell. "Die Headliner des Abends sind Oliver Koletzki und Daniel Bortz aus Berlin", sagt Rißmann. "Sie sind sozusagen die Zugpferde des Programms." Dabei, so erklärt der Veranstalter, würden mit den beiden Hauptakteuren auch zwei verschiedene Genres innerhalb der Elektromusik gepflegt.

Koletzki ist der bekanntere der beiden DJs. Er wird den größeren Floor im Plastiksaal bespielen. "Oliver Koletzki war über Jahre hinweg am auffälligsten und hat sich als DJ einen Namen gemacht", so Rißmann. Daniel Bortz hingegen bediene mehr eine Sparte. Rißmann nennt es Underground, Deep-House. Außerdem werden die Berliner Kokolores Brothers erwartet.

Darüber hinaus soll "Fisch und Liebe" eine Bühne für Rostocker Musiker sein. "Wir wollen auch unsere einheimischen Acts präsentieren", sagt Rißmann. Denn in der Hansestadt gebe es eine sehr gut gepflegte Elektro-Szene. So wollen Gregor Welz von 3000 Grad, Hans Gabler von Waterkant Souvenirs, Martin Menzel von Silent Sounds, Daniel Czerner und Micha Lieb dafür sorgen, dass die Nacht durchgetanzt wird.

Mit dabei ist auch Funkmode von den Strictly Players - ein Pseudonym, hinter dem sich der Veranstalter Dirk Rißmann selbst verbirgt.

Die Kunsthalle ist ein besonderer Veranstaltungsort für Partys wie diese. "Eigentlich gibt es nur das Objekt und Steckdosen. Alles andere müssen wir mitbringen", sagt Rißmann. Ihm gefällt die Location trotzdem. Als er die Veranstaltungsreihen aus der Taufe gehoben hat, war es ihm auch wichtig, die Kunsthalle ins Gespräch zu bringen: "Und zwar bei einer Klientel, die sonst vielleicht nichts mit Kunst am Hut hat." Ein Veranstaltungsort und Menschen sollten zusammengeführt werden, die sonst nicht aufeinandertreffen.

Projektionen und Figuren dienen zur Dekoration

Auch wenn die Bilder der Ausstellung bereits abgenommen sind, wird das Thema Kunst auch bei "Fisch und Liebe" eine Rolle spielen. So konnte das Organisatorenteam eine Berliner Kunst-Studentin gewinnen, die Fische gestaltet hat. Diese sollen bei der Party von der Decke hängen, dazu werden Wassereffekte erzeugt. Im Obergeschoss soll hingegen das Thema Liebe vorherrschen. Viel Rot, Projektionen und mit Helium gefüllte Herzballons sollen die Deko zum Fest bilden.

Wenn alle Spuren der Party beseitigt sind, soll am 17. Februar die nächste Ausstellung in der Kunsthalle eröffnet werden - dann wieder mit der ehrfürchtigen Ruhe, die ein Museum meist bei seinen Besuchern erzeugt.


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