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Mecklenburg-Vorpommern

22. Oktober 2017 | 05:06 Uhr

Nachsorge funktioniert nur im Team

vom

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2011 | 06:44 Uhr

Schwerin | Welche Impfungen sind für die Frühgeborene Anna wann sinnvoll? Bei welcher Apotheke bekommt die Mutter unkompliziert die Frühchen-Nahrung? Wer stellt das Rezept für die Impfung gegen Rotaviren aus? Welche Apotheke hat Erfahrung mit Kalzium glycerol-Phosphat? Wo bekommt Familie A. am schnellsten eine billige Waschmaschine her, denn die alte hat gerade ihren Geist aufgegeben? Antworten auf diese und andere Fragen lassen sich am besten im Team finden. "Deshalb setzen wir uns mindestens einmal pro Woche zusammen, beraten gemeinsam und bringen das ganze Team auf den aktuellen Stand", sagt Thomas Wagner, Geschäftsführer der sozialmedizinischen "Pro-Fil"-Kindernachsorge. Denn seine Mitarbeiter sind in ganz Mecklenburg im Einsatz, helfen Familien rund um Rostock genau wie kleinen Patienten in Ludwigslust oder in der Prignitz.

Neben Informationen über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Behandlungsmethoden in der Nachsorge werden bei den Teamsitzungen immer auch die aktuellen Fälle besprochen. "Wir brauchen eine gemeinsame Strategie. Kinderarzt, Krankenschwester, Psychologin und Sozialpädagogin müssen abgestimmt wie ein Uhrwerk in den Familien agieren, damit sich der medizinische Erfolg der Nachsorge herstellt", erläutert Projektkoordinatorin Petra Schmedemann, die im Team den Titel Case Managerin trägt. "Die Nachsorge der kleinen Patienten ist sehr komplex, deshalb muss ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Pro-Fil-Mitarbeitern aufgebaut werden. Das setzt umfassende Information voraus."

"Eltern von kranken Kindern haben eine Vielzahl von Problemen zu bewältigen und sind deshalb für jede Unterstützung unendlich dankbar", berichtet Wagner. Deshalb sei die Projektarbeit vor Ort in der Familie so wichtig. Gerade wenn Gespräche mit Vertretern von Jugendämtern oder Krankenkassen anstehen, wenn es Probleme mit den Pflegediensten gibt, weil die auf ältere Patienten fixiert sind, oder wenn die Eltern selbst chronisch krank sind, dann springen die "Pro-Fil"-Mitarbeiter in die Bresche und helfen mit ihren Erfahrungen bei der Problemlösung. Dafür müssen sie zu den Familien kommen - was bislang nur mit ihren Privat-Pkw möglich ist. Wir sammeln deshalb gemeinsam Spenden, damit "Pro-Fil" ein Dienstfahrzeug für die Hausbesuche anschaffen kann.

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