zur Navigation springen

Abgeknicktes Windrad Süderholz : Nach Unglück: Amt will Windpark abschalten

vom

In Süderholz brach im Dezember ein Windrad ab. Der Betreiber suchte die Ursache und reduzierte die Leistung im Windpark. Das reicht dem Umweltamt nicht.

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2017 | 11:45 Uhr

Gut einen Monat nach dem Windradunglück bei Süderholz (Kreis Vorpommern-Rügen) gibt es Streit um den Weiterbetrieb des Windparks. Wie ein Sprecher des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Stralsund am Donnerstag sagte, wurde eine Verfügung erlassen, dass die 20 Windräder unverzüglich abzuschalten seien. Der Windpark dürfe erst wieder ans Netz, wenn es gutachterliche Nachweise über die Standsicherheit der anderen Windräder gebe. Sonst bestehe „Gefahr für Leib und Leben“.

Allerdings hätten Anwälte der Betreiberfirma inzwischen Widerspruch gegen die Verfügung angekündigt, sagte der Sprecher. Zudem solle mit einer Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht eine aufschiebende Wirkung für die Abschaltungs-Verfügung erreicht werden.  In dem 16 Jahre alten Windpark war Anfang Dezember bei Rakow/Grischow ein 70 Meter hohes Windrad in 25 Metern Höhe abgebrochen. Tonnenschwere Maschinenteile stürzten auf ein Feld, verletzt wurde aber niemand.

Der Geschäftsführer der Betreiberfirma Ökofair Energie GmbH (Mettmann), Christian Herz, war am Donnerstag zunächst nicht zu erreichen. Er hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass die Verbindungsstelle zwischen dem ersten und zweiten Turmsegment die mögliche Unglücksursache sein könne. Aus Sicherheitsgründen wollte Herz die Leistung der Windräder um 50 Prozent reduzieren. Dies habe man auch den Behörden mitgeteilt. „Wir wollen den Park nicht ganz abschalten.“ Dann wären auch keine Tests mehr möglich. Die anderen Masten würden untersucht und - wenn nötig - Schrauben nachgezogen. Schon die Reduzierung der Leistung koste „richtig Geld“.

Wie Herz erklärt hatte, könnte der geteilte Turm bei einer starken Böe ins Schwingen gekommen sein. Das könnte sich so aufgeschaukelt haben, dass es zu dem Unglück kam. Die Segmente sind mit 80 Spezialbolzen verschraubt. Diese seien zwar nicht gerissen. Aber die Gewinde, auf denen die Muttern angeschraubt sind, hätten nicht gehalten.

Der Süderholzer Windpark hat vier verschiedene Masttypen. Die Betreiber prüfen auch einen Zusammenhang mit einem Fall im Süden Brandenburgs 2014. Dort war ein Windrad der gleichen Baureihe in etwa 30 Metern Höhe abgeknickt. Dieser Hersteller sei inzwischen vom Markt verschwunden, hatte Herz erklärt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen