Nach Unfallflucht: Elitepolizist unter Verdacht

<fettakgl>Wer nach einem Unfall einfach davonfährt, </fettakgl>kann im Nachhinein noch bitter ausgebremst werden.<foto> dpa</foto>
1 von 1
Wer nach einem Unfall einfach davonfährt, kann im Nachhinein noch bitter ausgebremst werden. dpa

svz.de von
25. Januar 2013, 08:12 Uhr

Schwerin | Die Schweriner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen Beamten des Landeskriminalamtes (LKA) übernommen, dessen Privat-Pkw in einen Unfall mit mutmaßlicher Fahrerflucht verwickelt ist. Das sagte auf Nachfrage unserer Redaktion der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Stefan Urbanek. Der Fall hatte Anfang Dezember vergangenen Jahres großes Aufsehen erregt. Unklar ist, ob auch Trunkenheit im Spiel war. Laut Polizei war der Wagen zwischen Sukow und Pinnow bei Schwerin von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Straßenbaum gestoßen. Zeugen hätten dem Mann aus dem Auto geholfen, dieser habe sich dann aber entfernt, so das Präsidium Rostock seinerzeit. Wenige Tage später räumte das LKA dann ein, dass es sich bei dem Halter des Fahrzeuges um einen Beamten aus den eigenen Reihen handelt.

Laut dem Schweriner Staatsanwalt Urbanek ermittele man wegen Verkehrsunfallflucht. Der betroffene Polizeibeamte habe sich bislang nicht geäußert. Aussagen von Zeugen lägen aber vor. Zu Details dieser Aussagen wollte Urbanek auf Grund des laufenden Verfahrens nichts sagen. Der LKA-Mann selbst habe sich einen Rechtsanwalt genommen, der Akteneinsicht beantragt, diese aber noch nicht vorgenommen habe.

Polizisten hatten den Beamten als Halter noch in der Nacht des Unfalls aufgesucht, doch wurde von niemandem die Tür geöffnet. Der Mann stellte sich dann zwei Tage später, als er erfahren hatte, dass nach ihm gesucht wird. Zuvor hatte die Polizei noch in der Nacht nach ihm gesucht, unter anderem mit einem Nachtsichtgerät - vergebens. Nach dem Unfall schwieg das Polizeipräsidium Rostock trotz mehrfacher Nachfrage über den Verlauf der Ermittlungen. Vor knapp zwei Jahren hatte das Amtsgericht Burgwedel einen LKA-Beamten zu 10 500 Euro Geldstrafe verurteilt, der einen Unfall verursachte, der weitaus schlimmere Folgen hatte. Der Elitepolizist war mit Tempo 217 auf der A 7 unterwegs gewesen. Dabei war ein 19-Jähriger getötet worden, sieben Menschen wurden teils schwer verletzt. Der Polizist war in einem Zivilfahrzeug unterwegs gewesen und hatte einen Verdächtigen observiert.

Laut Statistik 2011 ist die Entwicklung bei den "Baumunfällen" im Nordosten gleichbleibend. Bei den tödlichen Unfällen ist gegenüber 2010 keine Veränderung eingetreten, auch 2011 verloren 44 Menschen bei einem solchen Unfall ihr Leben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen