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Mecklenburg-Vorpommern : Nach Unfall: Jeder Fünfte haut ab

vom
Aus der Onlineredaktion

Polizei in MV registriert immer mehr Unfallfluchten

svz.de von
erstellt am 27.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Böse Überraschung auf dem Parkplatz: Die Stoßstange am Wagen hat plötzlich eine Beule, der Kotflügel ist auf einmal mit einer Schramme verziert, vom Seitenspiegel sind nur noch Splitter übrig – doch vom Verursacher fehlt jeder Spur. Er hat sich unerlaubt vom Unfallort entfernt und damit eine Straftat begangen, von der die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern immer mehr Fälle registriert. Bei rund 10800 Unfällen im vergangenen Jahr hatten sich die Verursacher einfach aus dem Staub gemacht. Die Zahl der Unfallfluchten ist damit zum dritten Mal in Folge gestiegen wie aus einer vorläufigen Statistik des Innenministeriums hervorgeht. 2013 gab es demnach rund 9970 Unfallfluchten, zwei Jahre später waren es bereits 10 660 Fälle.

Nach Ministeriumsangaben kam es 2016 beim jedem fünften Crash zu einer Unfallflucht. Die Aufklärungsquote lag bei lediglich 38 Prozent. In rund 9950 Fällen waren Fahrer nach Unfällen mit eher geringeren Sachschaden geflüchtet, etwa nach missglückten Parkmanövern vor Supermärkten und Einkaufszentren. „Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort ist aber keine Bagatelle“, verdeutlicht der Sprecher des Innenministeriums, Michael Teich. Unfallflucht werde mit einer Geldstrafe, Punkten in Flensburg oder dem Entzug der Fahrerlaubnis geahndet. In schwerwiegenden Fällen könne sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verhängt werden, erklärt Teich die Rechtslage.

Vielen Unfallverursachern ist dem Sprecher zufolge aber oftmals gar nicht bewusst, dass sie eine Straftat begehen, wenn sie nach einem Rempler davonfahren. Nach wie vor kursieren unter Autofahrern viele falsche Annahmen zum Verhalten nach einer Karambolage, bei der der Eigentümer des ramponierteren Gefährts nicht auftaucht. Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht entzieht sich der Verursacher laut Teich eben nicht vom Vorwurf der Unfallflucht, indem er einen Zettel mit seiner Telefonnummer an der Frontscheibe hinterlässt. Ebenso falsch sei die weit verbreitete Auffassung, es reiche aus, sich innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei zu melden und dadurch straffrei auszugehen. Teich betont: „Jedes unberechtigte Verlassen des Tatortes wird von der Polizei wie eine Unfallflucht behandelt.“

 

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