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Waren an der Müritz : Nach Tankunfällen droht Anlegeverbot

vom
Aus der Onlineredaktion

Waren will Flusskreuzfahrer nicht mehr anlegen lassen – und zusätzlich droht dem Betreiber eine Geldstrafe

Nach mehreren Tankunfällen mit Diesel droht einem Veranstalter von Flusskreuzfahrten ein Hafenverbot in Waren an der Müritz. „So etwas wie am Dienstag können wir nicht mehr dulden“, sagte Bürgermeister Norbert Möller (SPD) gestern. Beim Betanken der etwa 40 Meter langen „Gretha van Holland“ waren am Dienstag 100 bis 150 Liter Diesel ins Wasser gelaufen.

An der fast 200 Meter langen Steinmole, an der auch mehrere Gaststätten liegen, roch es gestern noch streng nach Diesel. Touristen fotografierten den etwa 80 Meter langer Dieselteppich, der zwischen zwei gelben Absperrschläuchen im Wasser schillerte.

„Die Wasserschutzpolizei ermittelt wegen Gewässerverunreinigung gegen den Schiffsführer“, sagte Behördensprecher Robert Stahlberg. Solche Vergehen werden meist mit Geldstrafen geahndet, aber das reicht Bürgermeister Möller in dem Fall nicht mehr. Es sei nicht das erste Mal, dass beim Umtanken auf diesem Schiff Treibstoff in den Müritz-Zulauf gesickert sei.

„Dieser Fall war der Punkt auf's I“, sagte Möller. Den zuvor letzten Vorfall hatte es im Juni gegeben. „Wir werden unter diesen Bedingungen keinen Vertrag für 2018 mehr abschließen“, sagte Möller. In diesem Jahr wolle die Stadt den Vertrag noch erfüllen, erwarte aber keine derartigen Probleme mehr. Die größte Stadt an der Müritz wirbt mit ihrem sauberen Wasser und gilt als Tourismusmagnet der Mecklenburgischen Seenplatte.

Nach ersten Untersuchungen könnte Unachtsamkeit ein Grund für den Unfall gewesen sein. Ein Mitarbeiter habe – wie bei solchen Schiffen üblich – Diesel aus einem Vorratstank in einen kleineren Tank umpumpen wollen, hieß es bei Ermittlern. Dabei soll der Treibstoff vorbeigeflossen und ins Wasser geraten sein.

Nach dem Großeinsatz von Feuerwehr und einer Spezialfirma warteten etwa 20 Kreuzfahrt-Touristen gestern mehrere Stunden auf ihre Weiterfahrt. Nachdem die Ursache weitgehend geklärt war, konnte die „Gretha van Holland“ wieder ablegen. In Sachen Umwelt gab es weitgehend Entwarnung, denn durch günstige Witterungsbedingungen konnte die meiste Flüssigkeit gebunden werden.

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