Neubrandenburg : Nach Straftaten-Serie: Staatsanwaltschaft weist Minister-Kritik zurück

Die Staatsanwaltschaft hat die Kritik von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) im Fall eines mutmaßlichen 20-jährigen Serienstraftäters zurückgewiesen.

von
13. Dezember 2019, 12:30 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat die Kritik von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) im Fall eines mutmaßlichen 20-jährigen Serienstraftäters zurückgewiesen. „Als die Polizei den Mann am Dienstag gefasst hatte, lag weder dringender Tatverdacht noch Haftgründe gegen ihn vor“, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler am Freitag in Neubrandenburg. Damit hätte kein Haftbefehl beantragt werden können. Der 20-Jährige war ohne Führerschein am Steuer eines gestohlenen Firmentransporters in Neubrandenburg gefasst worden. Eine Beteiligung an einem Einbruch, bei dem das Fahrzeug drei Tage vorher entwendet worden war, hatte der Mann aber abgestritten.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Der Vorfall sorgt für viel Aufsehen, weil der 20-Jährige schon am Mittwoch mit Komplizen eine Postangestellte bei Friedland niedergeschlagen und schwer verletzt haben soll. Danach war das Trio mit dem Postauto etwa 60 Kilometer weit vor einem Großaufgebot der Polizei geflüchtet, bis es nach einem Unfall nahe Jarmen gefasst wurde.    Der Minister hatte am Donnerstag die Praxis der Staatsanwaltschaft kritisiert. Er könne nicht nachvollziehen, dass der Mann „fast täglich Straftaten begehen konnte, von der Polizei gestellt wurde und die Rechtslage ein Einsperren dennoch nicht hergibt.“ Dies bedürfe einer intensiven Aufarbeitung. Gegen den 20-Jährigen wurde in Vorpommern schon wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Er war im November ohne Führerschein mit einem Auto bei Weitenhagen in Vorpommern ertappt worden. Dabei war er auch geflüchtet und mit dem Wagen gegen einen Baum gefahren. Ein Insasse kam dabei ums Leben, ein Beifahrer und der 20-Jährige wurden verletzt. Inzwischen hat das Amtsgericht Neubrandenburg Haftbefehle gegen den 20-Jährigen und einen Komplizen erlassen. Beide schwiegen dazu.

Weiterlesen:

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen