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Nach Geständnis mildes Urteil im Missbrauchs-Prozess

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erstellt am 06.Jan.2012 | 07:39 Uhr

Schwerin | Nach wiederholtem sexuellen Kindesmissbrauch ist ein 52-Jähriger gestern vom Schweriner Landgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte zum Auftakt des Prozesses zugegeben, sich im vorigen Sommer an der vierjährigen Tochter eines befreundeten Paares vergangen zu haben. Das Urteil kam nach einem Rechtsgespräch zwischen den Prozessbeteiligten zustande, in dem ein Strafhöchstmaß vereinbart wurde, das das Gericht auch ausschöpfte. Für schweren sexuellen Missbrauch sehe das Gesetz im Wiederholungsfall Freiheitsstrafen zwischen 2 und 15 Jahren vor.

Das umfassende Geständnis, mit dem der Mann aus dem Kreis Ludwigslust-Parchim dem Kind die Befragung vor Gericht ersparte, wurde von den Richtern zu Gunsten des Täters gewertet, wie auch die gezeigte Reue und die Bereitschaft zur Schmerzensgeldzahlung. Strafverschärfend sei jedoch ins Gewicht gefallen, dass der Mann schon 2008 wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde und nach Aussetzung der Strafe zur Bewährung rückfällig wurde. Die verbliebene Reststrafe von eineinhalb Jahren wird laut Gericht - nach dem zu erwartenden Widerruf der Bewährung - der aktuellen Strafe hinzugerechnet.

Gutachter räumt falsche Beurteilung ein

Wie der Gerichtssprecher sagte, war der Mann 2009 nach dem Verbüßen von sechs Monaten Haft von einem Mediziner begutachtet worden. Der Sachverständige sei damals zu dem Schluss gekommen, dass die Gefahr von Wiederholungstaten sehr gering und deshalb die vorzeitige Entlassung zu befürworten ist. Vor Gericht habe der Gutachter eine falsche Beurteilung eingeräumt und dem Verurteilten eine gestörte, auf Kinder gerichtete Sexualpräferenz attestiert. Eine Therapie ordnete das Gericht nicht an, warnte den 52-Jährigen aber, dass bei ein weiteren derartigen Straftat nach der Haft dann Sicherungsverwahrung drohe.


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