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Folgen des Hochwassers : Nach der Flut greifen die Stechmücken an

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Neue Plage für die Bewohner der Elbregion: Nach dem Hochwasser kommen die Stechmücken. Wie eine dunkle Wolke hätten sich Schwärme dieser Quälgeister am vergangenen Mittwoch über Dömitz bewegt.

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erstellt am 08.Jul.2013 | 08:00 Uhr

Ludwigslust | Neue Plage für die Bewohner der Elbregion: Nach dem Hochwasser kommen die Stechmücken. Dömitzer und Boizenburger klagen über die Invasion der Blutsauger. Wie eine dunkle Wolke hätten sich Schwärme dieser Quälgeister am vergangenen Mittwoch über Dömitz bewegt, berichtet Amtsvorsteher Burkhard Thees. "Seit Sonnabend hat die Plage tagsüber allerdings etwas nachgelassen", sagt er. Ursache sind das zunehmende Sommerwetter und die intensiveren Sonnenstrahlen. Abends stechen die Mücken dafür um so heftiger.

Die feuchten Wiesen und zahlreichen Tümpel nach dem Elbhochwasser sind die idealen Brutstätten für Stechmücken. "Fische, die die Larven sonst fressen, gibt es dort kaum", sagt der Biologe Dr. Andreas Bick von der Rostocker Universität. In kurzen Abständen legt ein Mücken-Weibchen zwischen 80 und 200 Eier in großen Pfützen und überschwemmten Wiesen ab. Nach einem zweiwöchigen Larvenstadium schlüpft die nächste Generation, die wieder bis zu 200 Eier ablegt. "Die Zahl der Mücken steigt unter diesen Bedingungen explosionsartig", erklärt Dr. Bick.

Das Problem besteht auch in anderen Hochwasserregionen. Das Umweltbundesamt hat die Mückenplage auf seiner Facebook-Seite zum Thema der Woche erklärt und gibt Hinweise: "Fliegengaze-Fenster schützen in der Wohnung vor Mücken. Mückensprays, die auf Kleidung oder Haut aufgetragen werden, sind leider nur begrenzt wirksam. Draußen sollte deshalb die Haut möglichst bedeckt sein."

Chemische Mückenbekämfungsaktionen sind derzeit nicht geplant, sagt Andreas Bonin, Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. "Wir werden die Entwicklung aber weiter beobachten", so der Dömitzer Amtsvorsteher Burkhard Thees.

Eine weitere Folge des Hochwassers sind die Sandsäcke, die noch auf den Deichen liegen. Insgesamt waren während des Hochwassers im Juni rund 1,2 Millionen Sandsäcke gefüllt und zur Verstärkung auf die Mecklenburger Deiche gepackt worden. Etwa ein Drittel der Säcke sind noch nicht weggeräumt. So liegt trotz der Hilfe vieler Freiwilliger bei Neu Kaliß immer noch ein künstlicher Deich aus Sandsäcken auf einer Länge von zwei Kilometern. "Die Freiwilligen sind nach vier Wochenenden harter Arbeit an den Deichen am Ende ihrer Kräfte", sagt Burkhard Thees. Geplant ist vom Land, künftig die Abfallwirtschaft des Kreises stärker bei der Beseitigung der Hochwasserfolgen einzusetzen.

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