Neubrandenburg : Mysteriöser Tod an der Gefängnismauer

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Warum der Mann mit seinem Auto von der Fahrbahn abkam, ist unklar.

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09. Februar 2018, 20:00 Uhr

In Neubrandenburg starb am frühen Donnerstagmorgen ein 41-jähriger Mann bei einem Verkehrsunfall unter mysteriösen Umständen. Erst heute informierte die Neubrandenburger Polizei über das Geschehen vom Vortag.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin war der Mann gegen 2.40 Uhr mit seinem Pkw Renault in der Neustrelitzer Straße von der Fahrbahn abgekommen und gegen die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt (JVA) Neubrandenburg geprallt. Warum der Mann mit seinem Auto von der Fahrbahn abkam, ist den Angaben zufolge unklar. „Hinweise auf möglichen Alkoholkonsum ergaben sich bislang nicht“, so die Polizeisprecherin.

Die JVA liegt nicht direkt an der Neustrelitzer Straße. Der Fahrer musste noch knapp 300 Meter bis zur Mauer zurücklegen. Eine mögliche Suizidabsicht werde deshalb nicht ausgeschlossen, so Insider gegenüber unserer Redaktion. Antworten erhofft man sich von den rechtsmedizinischen Untersuchungen in Greifswald. Bei dem Getöteten soll es sich weder um einen Bediensteten der Haftanstalt noch um einen Häftling handeln.

Es gibt weitere Rätsel: Nach Angaben der Polizei wurde der Unfall erst Donnerstagmorgen 7.25 Uhr bei der Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums gemeldet. Unklar ist, warum der Crash – bei dem auch die Gefängnismauer beschädigt wurde – fast fünf Stunden vom Wachpersonal der Haftanstalt unbemerkt blieb. Der unmittelbare Außenbereich an der Mauer ist videoüberwacht – auch um den Schmuggel verbotener Gegenstände in die JVA zu unterbinden.

Die Auswertung der Videobänder sei Teil der Ermittlungen, so die Polizeisprecherin. Ein Todesermittlungsverfahren wurde ihren Angaben zufolge eingeleitet, ob ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung hinzukommt, werde geprüft.

„Auch wir wissen noch nicht, warum der Unfall in der JVA nicht bemerkt wurde“, sagte ein Sprecher des Justizministeriums in Schwerin. Er bestätigte, dass das Gefängnis voll in Betrieb ist. Das Ministerium will die Ermittlungsergebnisse der Polizei abwarten.

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