Statistik : MV-Wirtschaft um 1,9 Prozent gewachsen

Nur wenige Werften sind in der Lage, große Kreuzfahrtschiffe zu bauen.
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Nur wenige Werften sind in der Lage, große Kreuzfahrtschiffe zu bauen.

Der Blick auf die neuesten Daten der Statistiker zur Entwicklung der Wirtschaft in MV kann in Sektlaune versetzen. Vor allem die Wachstumsraten im verarbeitenden Gewerbe machen Wirtschaftsminister Glawe froh.

svz.de von
30. März 2016, 21:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent und damit stärker als im deutschen Durchschnitt gewachsen. Wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Schwerin mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt bundesweit und auch im Schnitt der alten Länder nur um 1,7 Prozent zu. In den neuen Bundesländern betrug das Wachstum demnach sogar lediglich 1,5 Prozent. Regional gibt es große Unterschiede: Während die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen stagnierte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt bei den Spitzenreitern Baden-Württemberg und Berlin um 3,1 beziehungsweise 3 Prozent.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte, mit 39,9 Milliarden Euro sei in Mecklenburg-Vorpommern das historisch höchste Bruttoinlandsprodukt des Landes erzielt worden. „Wir wachsen vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich.“ Das verarbeitende Gewerbe, das als Rückgrat der Wirtschaft gilt, legte um 8 Prozent zu. Bundesweit seien es nur 1,7 Prozent gewesen, sagte Glawe. Auch der Handel und das Gastgewerbe entwickelten sich deutlich positiv. 9000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze seien im vergangenen Jahr im Nordosten hinzugekommen.

Mecklenburg-Vorpommern sei auf einem guten Weg, aber längst noch nicht am Ziel, schränkte der Minister ein. Ein Blick auf Statistik-Details bestätigt diese Einschätzung: So erreichte der Nordosten beim Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem mit 53 888 Euro nur 77 Prozent des deutschen Durchschnitts und belegte damit den letzten Platz im Ländervergleich. Auch bei den Löhnen blieb der Nordosten 2015 mit 79,4 Prozent des Bundesdurchschnitts im Keller.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord, Uwe Polkaehn, forderte eine Offensive der Arbeitgeberverbände im Nordosten für mehr Tarifverträge, damit die Region aus dem Lohnkeller kommt. Bisher werde nur knapp die Hälfte der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern nach den in der Regel höheren Löhnen aus einem Tarifvertrag bezahlt, sagte er.

Aus Sicht von Glawe hat sich Mecklenburg-Vorpommern zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort mit hervorragenden Bedingungen für Investitionen entwickelt. Die Neuansiedlungen und die Erweiterungen der heimischen Wirtschaft machten sich im Wachstum der Wirtschaftsleistung bemerkbar. Allein im vergangenen Jahr habe das Land für 93 neue Investitionsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft Fördermittel in Höhe von 62,8 Millionen Euro bewilligt. „Nach Abschluss aller Vorhaben werden 741 Arbeitsplätze neu entstanden sein und 2232 Arbeitsplätze gesichert“, sagte Glawe.

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