Universitäten : MV wirbt im Ausland um mehr Studenten

Marketingkampagne gestartet. Opposition: zu zögerlich.

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05. November 2017, 20:43 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Hochschulen sollen künftig verstärkt um Studierende, aber auch um Professoren aus dem Ausland werben. Denn noch hinkt das Land in Sachen Internationalisierung anderen deutlich hinterher: Während hierzulande nicht einmal sieben Prozent der Studenten aus dem Ausland kommen, sind es im Bundesdurchschnitt nahezu zwölf Prozent.

Das Wissenschaftsministerium erarbeitet zurzeit eine Bestandsaufnahme zur Internationalisierung, die mit den Hochschulen erörtert werden soll. Schon jetzt geht das Ministerium davon aus, dass mehr Studiengänge in englischer Sprache sowohl für ausländische Studierende als auch für Lehrende ein Anreiz sein könnten, hierherzukommen. „Spitzenforschung und Lehre machen nicht an nationalen Grenzen halt, sondern gehen darüber hinaus“, betont Wissenschaftsministerin Birgit Hesse (SPD). „Wenn ausländische Studierende zu uns kommen, Professorinnen und Professoren aus dem Ausland an unseren Hochschulen lehren und Studierende hierzulande über verschiedene Programme und Angebote ins Ausland gehen, beflügelt das alle Seiten und macht das Hochschulleben interessanter.“

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Marc Reinhardt, verweist auf den demografischen Wandel, sinkende Einwohner- und auch Fachkräftezahlen in MV, durch die externe Expertise eine immer größere Bedeutung bekommt. Die Internationalisierung der Hochschulen in MV sei das Erfolgskriterium der Zukunft, so Reinhardt.

Um auf das Angebot in Lehre und Forschung an den Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns aufmerksam zu machen, will das Land das Studierendenmarketing verstärken. Das sei, so Hesse, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch wichtig, „weil die Nachfrage darüber entscheidet, ob der Bund weitere Studienplätze an unseren Hochschulen finanziert“.

Karsten Kolbe, hochschulpolitischer Sprecher der Linksfraktion, kritisiert allerdings, dass die eventuell für zusätzliches Marketing vorgesehene halbe Million Euro nicht ausreichen wird. Zudem warnt er davor, nur in „vorsortierten“ Ländern für Studium und Lehre in MV zu werben. Weltoffene Hochschulen müssten für Studierende und Lehrende aus aller Welt offen stehen.

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