Ausbildung : MV will Erzieher-Beruf attraktiver machen

Zu wenig Praxis und fehlende Vergütung in der Ausbildung machen den Erzieher-Beruf für viele unattraktiv. Ein Modellprojekt soll das ändern.

svz.de von
10. August 2016, 20:45 Uhr

Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) und Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) wollen die Ausbildung zum Erzieher im Nordosten attraktiver machen. Das kündigten sie am Mittwoch auf einer Informationsveranstaltung mit Erzieherinnen und Erziehern an der Rostocker Universität an. Dafür soll in einem Modellprojekt eine duale Ausbildung bis zum Ausbildungsjahr 2018/2019 auf den Weg gebracht werden, sagte Christian Moeller, Sprecher des Arbeitsministeriums. Als Orientierung diene ein bestehendes Projekt in Baden-Württemberg. Der Bedarf an qualifiziertem Personal in der Kindertagesbetreuung steige, gleichzeitig werde es für die Träger immer schwieriger, Nachwuchs für den Beruf zu gewinnen.

Eine zusätzlich geschaffene duale Ausbildungsmöglichkeit soll näher an der Praxis und besonders auch Männer und Quereinsteiger für den Beruf begeistern. Unklar ist bislang allerdings, wie die Vergütung erfolgen und wer sie bezahlen soll. Bislang bekämen Erzieher während ihrer Fachschulausbildung keine Bezahlung, hieß es.

Mehrere Erzieherinnen, die zur Informationsveranstaltungen eingeladen worden waren, begrüßten die Pläne, zeigten sich jedoch überrascht, dass das Problem erst jetzt von der Landesregierung erkannt werde.„Es gibt viel zu wenig Absolventen und viele von ihnen seien unerfahren und schlecht ausgebildet. Das bemängeln wir schon seit Jahren“, sagte Cindy Harz, Leiterin einer Kindertagesstätte in Neubrandenburg. Mit Quereinsteigern habe man positive Erfahrungen gemacht, eine duale Ausbildung könne auch dazu beitragen, die Arbeitskräfte an die Einrichtungen stärker zu binden, betonte die Leiterin.

Nach Ministeriumsangaben arbeiten derzeit rund 10 800 Erzieherinnen und Erzieher in Mecklenburg-Vorpommern. Allein 2000 von ihnen seien in den vergangenen fünf Jahren eingestellt worden.

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