Reform des Abiturs : MV will das Kurssystem zurück

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Das Land führt 2019 das Prinzip an Gymnasien wieder ein. 40 zusätzliche Lehrerstellen

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22. November 2017, 05:00 Uhr

Das Abitur in Mecklenburg-Vorpommern wird reformiert. Der Nordosten kehrt 2019 zum Prinzip der Grund- und Leistungskurse in der gymnasialen Oberstufe zurück, wie Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) gestern ankündigte. So könnten die Elft- und Zwölftklässler besser auf die Prüfungen vorbereitet werden.

Das Land setze mit der Reform, die jährlich drei Millionen Euro koste, Vorgaben der Kultusministerkonferenz um, sagte Hesse. Sie diene der besseren Vergleichbarkeit des Abiturs in Deutschland. Rund 40 zusätzliche Lehrerstellen seien nötig. Die ersten Abiturprüfungen nach der Reform sollen 2021 abgelegt werden. Hesse betonte, dass alle Standorte von Schulen mit gymnasialer Oberstufe erhalten bleiben sollen. Bislang sitzen in den Oberstufen-Kursen sowohl Schüler, die das Abitur in dem Fach auf erhöhtem Anforderungsniveau ablegen, als auch solche, die die Prüfung auf Grundniveau schreiben wollen. Diese Heterogenität führe zu Problemen bei der Wissensvermittlung, hieß es. Neu ist künftig auch, dass nur noch zwei Fächer als Leistungsfächer belegt werden müssen und der Rest als Grundfach. Bisher sind es sechs Hauptfächer – so viel hat kein anderes Bundesland, wie Hesse sagte.

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Der Vorsitzende der Gymnasiallehrer-Gewerkschaft Philologenverband, Jörg Seifert, lobte: „Die Belastung der Schüler wird reduziert.“ Allerdings bleibe es bei durchschnittlich 35 Stunden Unterricht pro Woche in Klasse elf und zwölf. Das derzeit gültige, vor etwa zehn Jahren eingeführte Hauptfächer-Modell sei ein Irrweg gewesen, das habe man erkannt. Die Grundkurs-Abiture seien schlechter geworden, weil die Schüler dem Unterricht auf erhöhtem Niveau nicht folgen konnten. Die meisten anderen Bundesländer seien beim Kurssystem geblieben. Seifert forderte weitergehende Reformen für die Gymnasien. So sollte der Nordosten, wie gegenwärtig viele alte Bundesländer, zum Abitur nach 13 Schuljahren zurückkehren, sagte er. Das lehnten aber sowohl Hesse als auch der Vorsitzende der Vereinigung der Schulleiter an Gymnasien, Ingolf Litzner, ab. „Wir in MV sind mit den zwölf Jahren gut bedient“, sagte Hesse.

Die Lehrergewerkschaft GEW sieht durch die Abitur-Reform die Bildungsgerechtigkeit im Land bedroht. Sie dürfe nicht dem Wunsch nach einer bundesweiten Vergleichbarkeit des Abiturs zum Opfer fallen, sagte Landesvorsitzende Annett Lindner.

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