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Rostock : MV will bis 2018 Radwanderland werden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Radwegenetz soll ausgebaut, Beschilderung der Wege verbessert und mehr Service für die Radfahrer geschaffen werden

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern will bis 2018 gute Bedingungen für Radwanderer schaffen und so neue Touristen anlocken. Dafür soll das Radwegenetz ausgebaut werden, außerdem muss die Beschilderung der Wege verbessert und Service für die Radfahrer entlang der Strecken geschaffen werden. Dafür sei eine gemeinsame Kraftanstrengung von Verbänden, Kommunen, Kreisen und der Landesregierung notwendig, sagte der Präsident des Landestourismusverbands, Jürgen Seidel, gestern bei einer Konferenz zu den Perspektiven des Radtourismus in MV. Der Tourismusverband und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) forderten deshalb eine ressortübergreifende Radverkehrskonzeption. Dabei sahen die Konferenzteilnehmer insbesondere die Landesregierung in der Pflicht. Solange die Ministerien Wirtschaft, Verkehr und Agrar in diesem Punkt nicht zusammenarbeiteten, solange sei die notwendige Weiterentwicklung schwierig. Hintergrund der Forderung ist, dass das Land bei der letzten ADFC-Analyse von Platz drei auf Platz sieben der beliebtesten Radreiseregionen abrutschte.

Landesweit gibt es bei Radfernwegen einen Neubaubedarf von 55,6 Kilometern, beim Ostseeradweg sind es 37 Kilometer, so der Sprecher des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf. Pro Kilometer Neubau seien bis zu 190  000 Euro notwendig. Die Unterhaltskosten pro Kilometer lägen bei rund 700 Euro pro Jahr.

Der Radtourismus müsse mehr als bisher als Wirtschaftsfaktor begriffen werden, sagte Martin Elshoff vom ADFC. Ein Radtourist gebe genauso viel Geld aus wie ein Autofahrer. Aber noch immer gebe es noch Wege mit schlicht katastrophaler Beschilderung.

Mathias Feige vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr in Berlin fordete, das Land müsse sich bei der Infrastruktur auf die wirklich wichtigen Routen konzentrieren. Außerdem sei das gastronomische Angebot an diesen Strecken ausbaubar.„Radfahren an der frischen Luft macht hungrig“, sagte Feige. Das Land müsse außerdem mehr an die Bedürfnisse der Fahrer von E-Bikes denken. Problemlos könnten auch auf die Region bezogene Apps für Smartphones entwickelt werden.

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