Doppelte Kiellegung in Wismar : MV Werften sorgen für Optimismus

Gegensätze: Ein 170 Tonnen schweres Segment der „Crystal Debussy“ schwebt über den stecknadelgroß wirkenden Köpfen der Gäste.
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Gegensätze: Ein 170 Tonnen schweres Segment der „Crystal Debussy“ schwebt über den stecknadelgroß wirkenden Köpfen der Gäste.

Harry Glawe: Neue Perspektive für Schiffbau und gesamte maritime Industrie in MV

svz.de von
25. Mai 2017, 20:45 Uhr

Festtagsstimmung bei MV Werften. In Halle 70 des Wismarer Werftenstandorts feierten die Schiffbauer die bereits zweite Doppelkiellegung moderner Flusskreuzfahrtschiffe innerhalb von nur neun Monaten und gerade mal gut ein Jahr nach Übernahme der seinerzeit angeschlagenen Nordic Yards Werften durch die malaysische Genting Gruppe. Harry Glawe begrüßte das Engagement des Konzerns an den drei Werftstandorten Wismar, Rostock und Stralsund ausdrücklich. „Das gibt eine neue Perspektive für den Schiffbau und die gesamte maritime Industrie in ganz MV“, sagte der Wirtschaftsminister.

Münzen unterm Kiel  sollen Glück bringen: Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (l.) und MV Werften-Chef Jarmo Laakso.
Holger Glaner
Münzen unterm Kiel sollen Glück bringen: Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (l.) und MV Werften-Chef Jarmo Laakso.
 

Erst im Januar dieses Jahres war der Baustart für die jeweils 135 Meter langen Luxusschiffe „Crystal Debussy“ und „Crystal Ravel“ erfolgt. Jetzt liegen deren erste Schiffssegmente im Trockendock. Es sind die beiden ersten Schiffe, die unter den neuen Eignern komplett in Wismar gefertigt werden. Die baugleichen Schwesterschiffe „Crystal Mahler“ und „Crystal Bach“ liegen bereits schick und ganz in Weiß hinter nur eine Wand getrennt dem Trockendock und haben bereits Wasser unter ihren Kielen. Schon im Sommer sollen diese beiden an die Reederei Crystal River Cruises ausgeliefert werden.

Eine Doppelkiellegung ist auch für die Werft-Mitarbeiter nicht alltäglich.
Holger Glaner
Eine Doppelkiellegung ist auch für die Werft-Mitarbeiter nicht alltäglich.
 

Die vier Flusskreuzfahrer der Rhein Klasse sind nach dem Übergang der Nordic Yards-Werften an Genting die ersten Neubauten der neuen Eigentümer. Die Genting Gruppe hatte die Werften im April vergangenen Jahres gekauft. Seit Juli 2017 treten die drei Schiffbaustandorte als Werftengruppe „MV Werften“ auf. Bereits vor einem Jahr hatte Genting Verträge über den Bau von zehn Schiffen im Wert von 3,5 Milliarden Euro unterzeichnet.

„Es ist bemerkenswert, was wir in dieser kurzen Zeit geschafft haben“, sagt Tan Sri Lim Kok Thay. Doch schon jetzt arbeite man hinter den Kulissen intensiv an dem nächsten großen Schritt. Der Vorstandsvorsitzende der malaysischen Genting Gruppe als Inhaber von MV Werften weiter: „Mehr als 500 Ingenieure und Designer setzen momentan all ihr Können daran, dass wir Anfang 2018 mit dem Bau von Schiffen der neuen Global Klasse beginnen können. Das wird für MV Werften dann ein richtig großer Schritt in die Zukunft.“

Die Schwesterschiffe „Crystal Mahler“ und „Crystal Bach“ haben bereits Wasser unterm Kiel
Holger Glaner
Die Schwesterschiffe „Crystal Mahler“ und „Crystal Bach“ haben bereits Wasser unterm Kiel
 

Die Mega-Kreuzfahrtschiffe der Global Klasse mit einer Länge von 340 Metern, 46 Metern Breite, 2500 Kabinen und 20 Decks sollen in den Jahren 2020 und 2021 abgeliefert werden und dann hinsichtlich der Zahl von 5000 Passagieren die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt sein.

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