Nach Exportstopp nach Saudi-Arabien : MV-Werften in Wolgast - „Es wird schon irgendwie weitergehen“

Nach dem Exportstopp für Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien bangt Wolgast um Arbeitsplätze und Millioneneinnahmen.

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21. November 2018, 15:53 Uhr

Nach dem Exportstopp für Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien sieht der Bürgermeister von Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ein schwieriges Jahr auf die Stadt zukommen.

Im schlimmsten Fall brächen der Stadt Einnahmen in Höhe von fünf Millionen Euro weg, die größtenteils mit der Lürssen-Werft zusammenhingen, sagte Stefan Weigel (parteilos) am Mittwoch. Die für Dezember geplante Verabschiedung des Haushalts 2019 sei bereits gestoppt worden. Er werde nun überarbeitet und soll dann im Januar beschlossen werden. „Wir mussten Dinge schieben“, sagte Weigel.

„In 2019 kann es dreimal Dicke kommen.“ Erstens müsse die Stadt womöglich die Steuervorauszahlung von Lürssen teilweise rückerstatten, weil das Firmenergebnis wegen des Exportstopps für die Patrouillenboote weniger gut ausfallen könnte. Zweitens könnte die nächste Vorauszahlung deutlich geringer ausfallen, „mit der wir aber fest rechnen“, sagte Weigel. Und drittens erwarte die Stadt geringere Zuweisungen aus dem Finanzausgleich des Landes. Es drohe ungefähr ein Viertel des städtischen Haushalts wegzubrechen, wenn es nicht gelinge, die Summe noch abzufedern.

Andere Abnehmer für Patrouillenboot finden

Gleichwohl zeigte sich Weigel zuversichtlich: „Es wird schon irgendwie weitergehen.“ Ein anderes Problem sei, die Mitarbeiter der Werft zu halten. Zwar habe Lürssen zugesichert alle Angestellten halten zu wollen, doch der Schiffbau in Deutschland boome derzeit. Allein MV Werften sucht an seinen Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund hunderte Mitarbeiter. „Wenn uns das Fachpersonal wegrennt, wird es in der Zukunft noch schwieriger“, sagte Weigel.

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Daher müssten andere Abnehmer für die Patrouillenboote her - die könnten auch im Mittelmeer eingesetzt werden, wie Weigel erklärte. Ihm zufolge gibt es bereits Gespräche mit dem Verteidigungsministerium, in denen nach einer Lösung gesucht werde.

Der Bürgermeister kritisierte die lange Hängepartie zwischen dem vorläufigen Ausfuhrstopp und der jetzigen Entscheidung zum Exportstopp. Doch immerhin sei die Ungewissheit nun vorbei.

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