Unfälle durch Smartphone-Fotografie : MV von Selfie-Wahn verschont

Manche begeben sich für Selfies in Gefahr.
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Manche begeben sich für Selfies in Gefahr.

Werden unvorsichtige Selfie-Fotografen zu einem gefährlichen Trend in MV? Das sagt die Polizei dazu:

svz.de von
15. Mai 2017, 06:00 Uhr

Die Geste gehört seit einigen Jahren zum gewohnten Anblick im Straßenbild: Menschen, die ihr Smartphone am ausgestreckten Arm vor sich halten, lächeln und ein Selbstporträt, ein „Selfie“ schießen. Derart abgelenkt kommt es dabei immer wieder auch zu Unfällen.

Zwei aktuelle Beispiele: Ein 22-jähriger Schotte wurde am 30. April an der Autobahn-Raststätte Gudow (Kreis Herzogtum-Lauenburg) überfahren, als er mit zwei Freunden Selfies auf dem Mittelstreifen der A 24 schießen wollte. Die drei hatten laut Polizei den Geburtstag des einen gefeiert und waren betrunken. Ebenfalls im April war eine junge Frau auf Rügen verunglückt, als sie offenbar auf der Suche nach einem Fotomotiv an den Kreidefelsen den gekennzeichneten Weg verließ und 60 Meter in die Tiefe stürzte.

Zu einem echten Problem wachsen sich unvorsichtige Selfie-Fotografen bisher aber nicht aus, heißt es übereinstimmend von den Polizeipräsidien. Uta Bluhm von der Bundespolizeiinspektion Stralsund erklärt, Zwischenfälle kämen zwar vor, seien aber „noch eher selten“.

Häufiger seien dagegen in den Bahnanlagen spielende Kinder oder Personen, die an ungesicherten Stellen die Gleise überquerten, sagt Bluhm. Im Rahmen von Präventions- und Verkehrserziehungsmaßnahmen gehe die Bundespolizei ganz gezielt auf die Schulen zu. Wer Personen, insbesondere Kinder und Jugendliche in Bahnanlagen beobachtet, solle sofort die Polizei informieren, betont sie.

Laut Frank Schmoll von der Rostocker Bundespolizei sind vor allem Gleisüberquerer ein Problem. Erst im März war am Bahnhof Boizenburg ein Mann von einem ICE erfasst und getötet worden, als er unerlaubt die Gleise überquerte. Ein Schwerpunkt sei zudem die S-Bahn-Strecke in Rostock, wo Unbekannte sogar Zaunanlagen immer wieder aufschneiden würden, um eine Abkürzung über die Gleise nehmen zu können. Auch für Schmoll gehören in den Gleisanlagen spielende Kinder im gesamten Bereich der Bundespolizeiinspektion zum „regelmäßigen Geschäft“, sagt er. Zum Glück komme es dabei aber nur selten zu schweren Unfällen.

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