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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 10:24 Uhr

Land wird kleiner : MV verschenkt vier Hektar

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landtag stimmt Gebietsaustausch mit dem Nachbarland Niedersachsen zu

von
erstellt am 18.Sep.2014 | 07:43 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern wird kleiner. Der Schweriner Landtag stimmte gestern einem Staatsvertrag mit Niedersachsen über Grenzveränderungen zu. Damit verliert das nordöstliche Bundesland vier Hektar an den Nachbarn im Westen.

Genau 129 963 Quadratmeter mecklenburgischen Boden gibt das Land im Süden der Gemeinde Vielank (Landkreis Ludwigslust-Parchim) an Niedersachsen ab und bekommt dafür aber nur 90 538 Quadratmeter aus dem Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg). Differenz: 39 425 Quadratmeter.

Zur Begründung für den Gebietsaustausch heißt es im Staatsvertrag: „Anlass für das Flurbereinigungsverfahren war einerseits die umfangreiche Neustrukturierung der Eigentumsverhältnisse sowie andererseits der Ausbau des Wege- und Gewässernetzes zu Zeiten der deutschen Teilung, das die heute bestehenden Länder- und Kommunalgrenzen teilweise durchschneidet und eine sinnvolle Bewirtschaftung der Flurstücke erschwert.“ Es gebe zudem jagdrechtliche, steuerliche und subventionsrechtliche Probleme. „Ferner ist durch den Ausbau und die Begradigung der ehemaligen Grenzgewässer die Landesgrenze nicht mehr eindeutig erkennbar“, wird im Staatsvertrag weiter festgestellt. Beide Austauschgebiete sind unbewohnt und gehören zur Fläche eines europäischen Vogelschutzgebietes.

Hintergrund: Das Amt Neuhaus gehörte, obwohl es östlich der Elbe liegt, bis 1945 zur preußischen Provinz Hannover. Weil es in diesem Abschnitt der Elbe aber keine Brücke gibt, befürchteten die Briten 1945 als Besatzungsmacht Versorgungsschwierigkeiten und übergaben das Gebiet an die sowjetische Besatzungszone.

In der DDR spielte die historische Landesgrenze zwischen der ehemaligen Provinz Hannover und Mecklenburg bei Planung und Bau von Straßen, Wegen und beim Anlegen von Meliorationsgräben keine Rolle mehr. Denn an der Elbe war in dieser Region 45 Jahre lang die Grenze.

Doch als nach der deutschen Einheit die acht Gemeinden des Amtes Neuhaus im Sommer 1993 den Anschluss an Niedersachsen beschlossen, der im Oktober des selben Jahres vollzogen wurde, war die uralte Landesgrenze plötzlich wieder aktuell. Diese ließ sich allerdings inzwischen an einigen Stellen kaum noch rekonstruieren, weil alte Grenzgräben verschüttet waren und neue Verkehrswege die Grenze zerschnitten. Seit einigen Jahren betreibt Niedersachsen ein Flurbereinigungsverfahren an der Grenze seines Amtes Neuhaus. Das westliche Nachbarland übernimmt deshalb auch den größten Teil der Kosten, die durch den Gebietsaustausch entstanden sind. Die Regierungen beider Bundesländer und der Landtag in Hannover haben bereits dem Austausch zugestimmt. Mit dem gestrigen Beschluss des Schweriner Landtages ist der Austausch rechtsgültig.

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