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Zahl der Senioren steigt : MV unterschätzt Problem der Überalterung

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Die demografischen Probleme Mecklenburg-Vorpommerns werden nach Ansicht von Experten von der SPD/CDU-Landesregierung noch immer unterschätzt. Die Zahl der Senioren werde bis 2030 auf 36 Prozent steigen.

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erstellt am 25.Sep.2013 | 07:51 Uhr

Klink | Die demografischen Probleme Mecklenburg-Vorpommerns werden nach Ansicht von Experten von der SPD/CDU-Landesregierung noch immer unterschätzt. "Es fehlt der minimale Versuch, offen mit dem Thema umzugehen", sagte der Greifswalder Forscher Wolfgang Weiß gestern beim Landespflegetag in Klink (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Zu der Tagung des Landesverbandes der Arbeiterwohlfahrt waren rund 70 Pflegerinnen und Experten zusammengekommen. Es gebe zwar einen Demografiebericht, aber anders als in anderen Bundesländern fehle eine regionale Differenzierung, erklärte Weiß. Die Zahl der Senioren werde von jetzt 24,3 Prozent auf 36 Prozent im Jahr 2030 steigen. Vor allem Firmen mit frauentypischen Berufen - wie in der Pflege - bekämen größere Probleme als bisher angenommen, da viele junge Frauen abgewandert seien oder noch abwandern. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen werde nicht steigen. Grund sei der starke und immer noch wirkende Geburtenrückgang nach 1991.

"Die komplexen Zusammenhänge dieser Entwicklung sind noch immer schwer erkennbar", erklärte Weiß. Klar sei aber, dass es bei der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik des Bundes im Osten Deutschlands besonderer Instrumente bedürfe. Was in Bayern funktioniere, wirke sich in Mecklenburg-Vorpommern völlig anders aus. So werde Ostdeutschland bis 2060 rund 37 Prozent der Einwohner verlieren, am meisten in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern. Die rasante Entwicklung - Weiß spricht von "Vergreisungsdynamik" - sei europaweit einmalig.

So verliere Sachsen-Anhalt von 2005 bis 2025 rund 49 Prozent der Menschen zwischen 15 und 35 Jahren. Das sei an der Ostsee nicht besser. "Diese Entwicklung kehren wir in den nächsten zehn Jahren nicht um", sagte Wolfgang Weiß.

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