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MV-Tag in Güstrow : Ein Land feiert sich selbst

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Etwa 60 000 Besucher kamen am MV-Tag-Wochenende zum Feiern in die Barlachstadt

„Was wir hier erleben, was im Land und in Stadt da ist, kann sich sehen lassen. Das hätte ich nie gedacht.“ Arne Schuldt, Bürgermeister von Güstrow, ist die Begeisterung über den Mecklenburg-Vorpommern-Tag in seiner Stadt deutlich anzumerken. Zum 12. Mal geht das Landesfest über die Bühne, und es ist - der Stadtanlage geschuldet - ein Fest der etwas weiteren Wege. Rund 60 000 Menschen finden am Wochenende den Weg nach Güstrow. Nur am Freitagabend regnet es, ansonsten ist nach Meinung einer Organisatorin auch beim Wetter alles perfekt.

Zehn Erlebnisbereiche sind eingerichtet worden, angefangen vom großen Bereich, in dem sich die Landesregierung mit all ihren Ministern präsentiert, bis hin zum ein wenig abseits abgelegenen Dom mit den Infoständen der Kirchen und ihren Sozialverbänden. Doch auch dieser Bereich ist gut besucht, insbesondere die Pappfigur mit dem grüßenden Papst Franziskus bringt viele Besucher dazu, lachend dem Bischof von Rom die Hand um die Schulter zu legen.

Das Treiben ist entspannt, es gibt in der Stadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten überall Platz, von Gedränge und Geschiebe kann bei wenigen Ausnahmen keine Rede sein. Dies gibt auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ein heimeliges Gefühl, wie er sagt. An dem weitläufigen Stand der Feuerwehr lässt er sich in einem Korb mehrere Meter in die Luft heben und schaut sich das bunte Treiben von dort aus an. „Das ist eine Schau, die zeigt, wie gut unser Land zusammenhält.“

Speziell für junge Leute gibt es erstmals den Erlebnisbereich „Future MV“.  „Ich bin fest davon überzeugt, dass Veranstaltungen wie der MV-Tag dazu beitragen, dass junge Menschen hier bleiben und sich hier ihre Zukunft aufbauen“, sagt Sellering.

Viel Anklang finden vor allem die Stände, wo außer den obligatorischen Prospekten, Stofftaschen oder Kulis selbst Hand angelegt werden kann. So etwa beim Stand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Neustrelitz, wo Albrecht Weidermann junge Leute in die Robotik einführt. Mit Roboterarmen können die Jugendlichen die Dinge üben, die die Astronauten auf der Raumstation ISS im großen Maßstab täglich ausführen.

Die in Mecklenburg-Vorpommern starke Gesundheitswirtschaft ist gleich mit mehreren und gut besuchten Ständen vertreten. Der Chef der Hautklinik der Universitätsmedizin Rostock, Steffen Emmert, findet mit seinem neuen Plasmastift zur Unterstützung der Wundheilung regen Zuspruch. Dutzende Male führt er die Geräte vor. „Das ist eine Sprunginnovation“, betont Emmert.

Jeder Landkreis und kreisfreie Stadt, Verbände, Vereine und Institutionen informieren an ihren Ständen. Überall werden landesspezifische Speisen angeboten, viele Menschen sind in regionentypischen Trachten unterwegs. Sellering zieht am Samstag noch die Uniform eines „Distrikt-Husars“ von 1798 an. Am Tag darauf wird die Interview-Äußerung mit der Funke-Mediengruppe (Montag) bekannt, in der er die mangelnde Unterstützung durch die Bundespartei bei der Landtagswahl beklagt - Beobachter fragen sich, ob der Wahlkampf wohl einem Husarenritt gleichen wird.

Die Landtagswahl ist Thema vieler Gespräche, in die die Mitglieder der Landesregierung verwickelt werden. Die Minister müssen ein ums andere Mal den Bürgern Rede und Antwort stehen - der Redebedarf ist offensichtlich groß. Der Chef der Landeszentrale für politische Bildung, Jochen Schmidt, ist mit seinem Team und dem Demokratiebus nach Güstrow gekommen. „Es gibt zur Wahl viel Klärungsbedarf“, berichtet er. Zum Beispiel wie das genau geht mit den zwei Stimmen und welche Stimme wofür da ist.

Den Mecklenburg-Vorpommern-Tag gibt es im Abstand von zwei Jahren abwechselnd im Osten und im Westen des Landes. Beim nächsten Landesfest wird diese Regel ausgesetzt. 2018 wird mit Rostock erneut eine mecklenburgische Stadt den Tag ausrichten. Dies ist dem 800. Stadtjubiläum der Hansestadt geschuldet.

So sind die Hansestadt und die Universität in Güstrow mit einem gemeinsamen Stand vertreten. „Wir wollen damit auf das gemeinsame Jubiläum hinweisen“, sagt Unirektor Wolfgang Schareck. Denn 2019 feiert die Uni ihren 600. Geburtstag. Schareck will den Stand als Bekenntnis der Universität zur Hansestadt verstanden wissen.

 

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erstellt am 10.Jul.2016 | 20:00 Uhr

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