Jette Joop Trachtenmode : MV sucht „Küsten-Dirndl“

Modedesignerin Jette Joop vor Beginn der Jurysitzung in Schwerin
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Modedesignerin Jette Joop vor Beginn der Jurysitzung in Schwerin

Tourismusverband hat dafür einen Wettbewerb ausgelobt. Modedesignerin Jette Joop ist Juryvorsitzende

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25. Januar 2018, 21:00 Uhr

Modedesignerin Jette Joop macht sich für Trachtenmode aus dem Norden stark. Kleidung mit traditionellen Elementen könne das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Region stärken, sagte die 49-Jährige gestern in Schwerin am Rande der ersten Jurysitzung eines Wettbewerbs des Landestourismusverbandes für moderne Trachtenmode aus Mecklenburg-Vorpommern. Man kenne das aus Unternehmen, wo eine gemeinsame Bekleidung diese Gefühl schaffe. „Kleider machen Leute“, sagte Jette Joop.

Doch während im Süden Deutschlands mit Dirndl und Lederhosen gute Geschäfte gemacht werden, gibt es eine norddeutsche Trachtenmode in dem Sinne nicht – noch nicht. Der Ideenwettbewerb „Trachten neu erleben“ soll das ändern. Für Kollektionsentwürfe und die Musterkollektion des Siegers sind Preise im Gesamtwert von 60 000 Euro ausgelobt.

In der Jury sitzen neben Jette Joop unter anderem auch Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD), die Vorsitzende des Landesheimatverbandes, Cornelia Nenz, und der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Bernd Fischer.

Jette Joop sieht durchaus Anknüpfungspunkte bei den traditionellen Trachten des Nordostens, um moderne, tragbare Mode zu entwickeln, die auf Vergangenes Bezug nimmt. „Es ist vieles da, nur nicht so offensichtlich“, sagte sie im Schweriner Schloss und zeigte sich beeindruckt von einigen der Ideenskizzen. Die Bewerber hätten sich mit der Kulturgeschichte und mit den Farben der Region auseinandergesetzt. Der Nordosten Deutschlands sei ihr persönlich nah, sagte die Modedesignerin weiter, die demnächst ihren 50. Geburtstag feiert. Ihre Familie kommt aus Potsdam.

Für die teilnehmenden Designer gilt es, typische Farben, Muster, Stoffe, Schnitte und Accessoires regionaler Trachten des Nordostens herauszuarbeiten und in alltagstaugliche Outfits zu integrieren, die am Markt verkäuflich sind. Der Tourismusverband verweist in seiner Ausschreibung auf typische Elemente von Volkstrachten: In Vorpommern sind es bei Männern die weite weiße Leinenhose, die bunt gestreifte Weste und die offene Jacke, bei Frauen Schnürleib, bunter Rock, dunkler Oberrock und eine spitz zulaufende Mütze.

Bekannt ist in Vorpommern besonders die Mönchguter Fischertracht. In den ländlichen Gebieten Mecklenburgs hingegen trugen die Frauen im 19. Jahrhundert oft buntstreifige Röcke, ein schwarzes Mieder und ein Brusttuch mit bunten Bordüren.

Als Zielgruppe für die Küsten-Trachtenmode sieht der Landestourismusverband in erster Linie Hotels, die ihre Mitarbeiter einkleiden, Museen, Restaurants und Tourist-Informationen. Dass sich gleich ein allgemeiner Mode-Hype aus den Entwürfen ergibt, glaubt auch Jette Joop eher nicht. Denkbar sei aber durchaus, dass ein Accessoire – zum Beispiel ein Tuch – seine Käufer auf dem Modemarkt findet, sagte sie.

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