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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 09:25 Uhr

MV Spitze bei Kosten von Arznei

vom

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2012 | 09:20 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern bleibt bundesweit Spitzenreiter bei den Arzneimittelausgaben. Im Schnitt 494 Euro pro Patient zahlten die Krankenkassen im vergangenen Jahr, geht aus dem neuesten Arzneimittel-Atlas hervor, den das Forschungsinstitut IGES und der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) am Montag in Berlin vorstellten. Demnach lagen die Medikamentenkosten im Nordosten um fast die Hälfte höher als in Bayern, wo je Kassenpatient 342 Euro anfielen.


Generell wird dem Bericht zufolge in Ostdeutschland mehr Geld für Medikamente ausgegeben als im Westen der Republik. Hinter Mecklenburg-Vorpommern folgten Berlin (482 Euro), Sachsen (474) und Thüringen (463). Experten führen dies unter anderem darauf zurück, dass in Ostdeutschland überdurchschnittlich viele alte Menschen leben, die besonders viel Medizin benötigen. Insbesondere Medikamente für Rheuma und Diabetes werden immer häufiger verschrieben.


Nach Angaben des Statistischen Amtes in Schwerin ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern seit 1990 um 10 auf 45,8 Jahre gestiegen. Zudem leiden nach Angaben des Forschungsinstituts IGES im Nordosten mit 18 Prozent überdurchschnittlich viele Menschen an starkem Übergewicht, das als Gesundheitsrisiko gilt.


Wie ein Sprecher der AOK Nordost in Schwerin sagte, liegen die Medikamentenausgaben in Mecklenburg-Vorpommern „über die gesamte Breite des Arzneimittelmarktes“ höher als im Bundesdurchschnitt. Deshalb hätten Gesetzliche Krankenkassen und Kassenärtzliche Vereinigung im Land eine Arbeitsgruppen eingerichtet, die Gründe dafür und Lösungsansätze finden solle.


Nach Angaben des AOK-Sprechers führten bislang aber vor allem Rabattverträge mit Pharmaunternehmen dazu, dass die Arzneimittelausgaben der AOK begrenzt werden konnten und leicht rückläufig sind. Im Vorjahr seien es 335 Millionen Euro gewesen.

Insgesamt sanken in Deutschland die Arzneimittel-Ausgaben der gesetzlichen Kassen im vergangenen Jahr um etwa 1,2 Milliarden auf insgesamt rund 29 Milliarden Euro. Die Pro-Kopf-Ausgaben gingen auf durchschnittlich 388 Euro zurück.

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