Medikamentenvorräte für Millionen Euro : MV sitzt auf Berg von Grippe-Impfstoff

Das Land musste allein im vergangenen Jahr für die Lagerung der Medikamente rund 12 500 Euro bezahlen.

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07. Juli 2014, 07:50 Uhr

Das Land lagert einen ganzen Berg von Grippemedikamenten: Seit dem Jahr 2005 wurden aus Landesmitteln für den Kauf der antiviralen Arzneimittel Tamiflu und Relenza sowie des Wirkstoffes Oseltamivir knapp 3,5 Millionen Euro ausgegeben. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Karen Stramm hervor.

Hintergrund für die Bevorratung ist der Influenza-Pandemieplan des Landes aus dem Jahr 2007, erläutert Ralf Iwohn, zuständiger Referatsleiter im Sozialministerium. Der Plan regele in erster Linie eine Vielzahl von Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens im Falle einer Pandemie, also einer weltweiten Ausbreitung der Influenza innerhalb weniger Monate. Die Bevorratung mit Grippemedikamenten solle sicherstellen, „dass in Zeiten einer Pandemie eventuelle Engpässe, die in der normalen Versorgung auftreten können, kompensiert werden“. Zu diesem Zweck waren bereits 2007 vom Land 190 000 Therapieeinheiten des Wirkstoffs Oseltamivir, größtenteils in Pulverform, geordert worden. Dazu kamen 22 000 Therapieeinheiten Tamiflu-Kapseln, gedacht für Beschäftigte im Gesundheitswesen und im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. 2009 wurde außerdem ein Tamiflu-Vorrat speziell für Kinder sowie für 1,6 Millionen Euro das Medikament Relenza angeschafft.

Verbraucht aber wurde bisher noch nichts – denn eine Pandemie blieb bisher glücklicherweise aus. Die Kosten aber steigen dadurch noch weiter. So musste das Land allein im vergangenen Jahr für die Lagerung der Grippemedikamente rund 12 500 Euro bezahlen.

Für einen Teil der Medikamente ist mittlerweile die Haltbarkeit abgelaufen. 22 000 Wirkstoffeinheiten Tamiflu wurden daraufhin Anfang dieses Jahres vernichtet. Bei den Fässern mit Oseltamivir-Pulver sei die Herstellergarantie ebenfalls schon 2010 bzw. 2011 abgelaufen, regelmäßige Überprüfungen der Arzneimittelüberwachungsbehörden hätten aber ergeben, dass der Wirkstoff weiter stabil und also im Falle einer Pandemie verwendbar sei, so Ralf Iwohn. Nachkaufen musste das Land bislang noch nichts, wann das erforderlich wird, könne er nicht sagen, so der Referatsleiter. Er gehe aber davon aus, dass es bis dahin eine EU-weite Beschaffungsgemeinschaft gibt, durch die die Preise für die einzelnen Abnehmer sinken.

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