Nationalparkprogramm : MV schützt die Natur am besten

Einer von drei:  Jasmund gehört zu den Nationalparks des Landes.  Fotos: Stefan Sauer
Einer von drei: Jasmund gehört zu den Nationalparks des Landes. Fotos: Stefan Sauer

25 Jahre Nationalparks in Deutschland – eine wichtige Grundlage für den Tourismus

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14. September 2015, 08:00 Uhr

Vor 25 Jahren, am 12. September 1990, beschloss die DDR-Regierung 4,5 Prozent ihres Territoriums unter einen besonderen Schutz zu stellen: Als „Tafelsilber der deutschen Einheit“ gingen fünf Nationalparks, sechs Biosphärenreservate sowie drei Naturparks zwischen Ostsee und Thüringen in die Wiedervereinigung ein.

„Das Nationalparkprogramm ist eine Erfolgsgeschichte“, zieht der Initiator des Programms, der Greifswalder Michael Succow, Bilanz. In Mecklenburg-Vorpommern seien heute 24 Prozent der Landesfläche Schutzgebiete. Succow, 1990 stellvertretender Umweltminister, gilt als Vater der Nationalparks. Auf sein Bestreben hin stellte die Regierung zwei Tage vor den ersten freien Wahlen am 18. März 1990 mit ihrer letzten Verfügung ausgediente Truppenübungsplätze, Grenz- und Staatsjagdgebiete vorläufig unter Naturschutz. „Wir hatten ein kleines Zeitfenster in einem nicht gefestigten System. Das hat uns ungeheure Freiräume eröffnet“, erinnert er sich. Inzwischen gibt es bundesweit 136 Naturschutzgebiete, die unter der gemeinsamen Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“ zusammengefasst sind. Am konsequentesten würden die Schutzziele in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt, ist Succow überzeugt. Mit drei Nationalparks, drei Biosphärenreservaten und sieben Naturparks ist der Nordosten „die grüne Lunge Deutschlands“, zeigt sich MVs Umweltminister Till Backhaus (SPD) überzeugt. Über eine Million Hektar und damit gut ein Drittel der Landesfläche sei somit besonders geschützt. „Damit sind wir die grüne Lunge Deutschlands und zahlen, wenn man so will, den größten klima- und umweltpolitischen Solidaritätsbeitrag aller Bundesländer“, meint Backhaus.

Zudem seien die Naturschutzgebiete Anziehungspunkt für viele Besucher und somit Grundlage für den Naturtourismus der Region. Auch Succow sieht darin einen „großen Gewinn für die Wertschöpfung vor Ort“. Einer Untersuchung der Universität Würzburg zufolge sind rund 12 200 Arbeitsplätze durch den Naturschutz in den drei Nationalparks MVs und dem Biosphärenreservat Schaalsee entstanden. Jährlich erbringen demnach allein in den Nationalparks des Nordostens über 5,8 Millionen Besucher einen Umsatz von rund 360 Millionen Euro. 

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