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Kampfzone Hamburg : MV schickt Verstärkung zum Gipfel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

MV schickt weitere 200 Polizisten zum Gipfel. Ein Helikopter wurde attackiert

svz.de von
erstellt am 08.Jul.2017 | 07:25 Uhr

Szenen wie im Bürgerkrieg, brennende Autos, Straßenschlachten, dichter Rauch: Der erste G20-Gipfel in Deutschland wird von Gewalt und Chaos überschattet. Die Hamburger Polizei ruft nach Verstärkung – und Mecklenburg-Vorpommern schickt weitere 200 Beamte zum Gipfel. Die beiden Hundertschaften aus dem Nordosten sollten sich noch gestern auf den Weg machen, wie Ministeriumssprecher Michael Teich mitteilte. Die Zahl der zum Gipfel entsendeten Polizisten aus MV steigt damit auf rund 700. „Es seien die vielen Straftaten, die parallel passieren“, erklärt ein Polizeisprecher den Ruf nach Verstärkung.

Die Polizei meldete gestern immer wieder Angriffe auf Beamte. 160 Polizisten wurden verletzt, einer von ihnen ringt mit dem Tod. Über Twitter berichtete die Polizei, dass Uniformierte mit Molotowcocktails beworfen und mit Eisenstangen attackiert wurden. Mehrere Beamte seien durch Zwillengeschosse verletzt worden. Besonders brenzlig wurde es gestern auch für die Besatzung eines Polizeihubschraubers aus MV. Der Helikopter wurde bei einem Flug über den Stadtteil Altona mit einer Leuchtrakete beschossen. Das Geschoss verfehlte den Hubschrauber nur knapp, sagte der Polizeisprecher. „Die Kollegen hatten Glück. Das hätte fatale Folgen haben können.“ Mit Stand gestern Mittag „wurden glücklicherweise bislang keine Beamten aus Mecklenburg-Vorpommern bei den Einsätzen verletzt“, wusste Teich.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Exzesse: „Brutale Gewalt hat auf unseren Straßen nichts verloren.“

Auch politisch war der Gipfelauftakt von Konflikten geprägt: Die EU wehrte sich mit dem Androhen von Sanktionen gegen die Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump. Die größte Aufmerksamkeit bekam das erste Treffen Trumps mit Wladimir Putin.

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