Schusssichere Helme für Streifenpolizisten : MV rüstet gegen den Terror auf

Innenminister Lorenz Caffier mit Helm
Foto:
Innenminister Lorenz Caffier mit Helm

1,4 Millionen Euro für neue Helme und Schutzwesten. Landtag genehmigt 3,2 Millionen Euro für neue Pistolen

von
04. Mai 2017, 21:00 Uhr

Eine ungewöhnliche Erbschaft: Eine Dame aus Neubrandenburg vermachte im Jahr 2011 dem Land Mecklenburg-Vorpommern nach ihrem Tod die Summe von 90  000 Euro. Nach dem letzten Willen der Toten sollten von dem Geld Schutzwesten für die Polizei gekauft werden, weil damals noch immer nicht jeder Vollzugsbeamte eine passgerechte persönliche Weste besaß. 122 Polizisten profitierten von der Erbschaft. Über viele Jahre hatte Mecklenburg-Vorpommern geknausert, wenn es um Geld für die Ausrüstung der Polizei ging. Die Bevölkerung zeigte bereits Mitleid.

Die Zeiten haben sich geändert. Angesichts der Terrorgefahr gibt auch der Nordosten Millionen Euro für die Aufrüstung seiner 6000 Polizisten aus. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sieht die Entwicklung mit Erleichterung: „Zeiten, in denen über notwendige Ausgaben für die Polizei zum Schutz unserer Bürger lange und oft ohne positives Ergebnis debattiert wurde, sollten endgültig vorbei sein.“ Auf sein Betreiben hin waren schon 2015 und 2016 insgesamt 2,5 Millionen Euro zusätzlich in die Polizeiausrüstung investiert worden.

Davon gab das Land 1,4 Millionen allein für die Beschaffung von 220 ballistischen Spezialhelmen und 250 Überziehschutzwesten für die Polizisten aus, die täglich mit Streifenwagen unterwegs sind und die bei einem terroristischen Angriff oder einem Amoklauf als Erste mit den angreifenden Tätern konfrontiert werden. „Die neuen Helme bieten den gleichen ballistischen Schutz, der bis vor kurzem noch Spezialeinheiten vorbehalten war“, erklärt Michael Teich, Sprecher des Innenministeriums. Gestern wurden die letzten Helme offiziell an die Landespolizei übergeben. Künftig sollen sich in jedem Streifenwagen zwei befinden.

Die neuen Überziehschutzwesten, die wie die Helme ebenfalls im Streifenfahrzeug aufbewahrt und erst bei einem Angriff mit Schusswaffen über die persönlichen Schutzwesten der Beamten gezogen werden, sollen sogar Kugeln aus Sturmgewehren standhalten.

Auch an der Feuerkraft der Polizei arbeitet das Innenministerium. Seit 2015 werden 6000 neue Dienstpistolen vom Typ Heckler und Koch SFP9 beschafft und gegen die alten P6 von Sig Sauer getauscht. Bis 2021 soll die Umrüstung abgeschlossen sein. Der Landtag hatte für den Kauf eine Summe von 3,2 Millionen Euro genehmigt.

Grund für die Millionenanschaffung ist vor allem das Alter der P6. Diese Dienstwaffe war in den Jahren 1991 bis 1994 für die Polizei gekauft worden und weist inzwischen vor allem durch das tägliche Laden und Entladen Verschleißerscheinungen auf.

Die neue HK SFP9 ist treffgenauer, deutlich leichter und hat ein Magazin für 15 statt für acht Patronen.

 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen