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Schärfere Regeln zeigen Wirkung : MV rüstet ab: Weniger Waffen

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Seit dem Amoklauf eines 17-Jährigen in einer Schule und der anschließenden bundesweiten Verschärfung des Waffenrechts geht die Anzahl privater Schusswaffen auch in Mecklenburg-Vorpommern deutlich zurück.

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erstellt am 29.Dez.2011 | 07:03 Uhr

Schwerin | Seit dem Amoklauf eines 17-Jährigen in einer Schule im baden-württembergischen Winnenden im März 2009 und der anschließenden bundesweiten Verschärfung des Waffenrechts geht die Anzahl privater Schusswaffen auch in Mecklenburg-Vorpommern deutlich zurück. Nach dem aktuellen Waffenbericht des Innenministeriums befanden sich im September dieses Jahres 79 299 Gewehre und Pistolen legal in privatem Besitz. "Dies stellt einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 637 Waffen dar", heißt es in dem Bericht.

Verglichen mit September 2008 stehen sogar 1873 Schusswaffen weniger in privaten Schränken. In jenem Jahr hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 81 172 Gewehren und Pistolen den höchsten Waffenbestand seit 1990.

Als Grund für den deutlichen Rückgang in den vergangenen drei Jahre nennt das Schweriner Innenministerium neben der sinkenden Einwohnerzahl vor allem das bundesweit verschärfte Waffenrecht. Die Gesetze waren nach dem Amoklauf 2009 geändert worden, bei dem 15 Schüler und der Schütze selbst in Winnenden starben.

Jäger im Durchschnitt mit vier Schusswaffen

Seitdem müssen sich Besitzer privater Schusswaffen einer Bedürfnisprüfung unterziehen lassen, bei der beispielsweise Sportschützen ihre Teilnahme an Wettkämpfen nachweisen müssen. Verschärft wurden auch Aufbewahrungsvorschriften und die Sicherungspflicht für Erbwaffen.

Die Zahl der Eigentümer privater Schießeisen hat sich seitdem ebenfalls verringert. Hatten 2008 noch 24 100 Bürger eine Waffenberechtigung, waren es im September dieses Jahres 21 506. "Damit ist diese Zahl auf ein Niveau gesunken, das letztmalig vor elf Jahren zu verzeichnen war", heißt es dazu im Bericht. So waren im September 2011 statistisch gesehen von 1000 Einwohnern 13 Waffenbesitzer. Zum Vergleich: In Brandenburg sind es 15 Eigentümer auf 1000 Einwohner.

Genau 55,3 Prozent der Waffenbesitzer sind im Nordosten Jäger. Mit 39,5 Prozent stellen die Sportschützen die zweitgrößte Gruppe der bewaffneten Bevölkerung. Jäger besitzen im Durchschnitt vier Schusswaffen und Sportschützen laut Bericht drei.

Rückläufig ist auch die Zahl der Waffenbesitzer, die weder Jäger noch Sportschützen sind, und meisten als Erben in Besitz des Schießgeräts kamen. Gab es 2007 noch 402 Personen mit ererbten Schusswaffen, sind es momentan noch 224.

Eine seit dem 1. April 2003 erforderliche Erlaubnis zum Führen von Schreckschusspistolen wurde bis September 2011 für 3212 Bürger ausgestellt.

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