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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 15:17 Uhr

Bootsmesse : MV nimmt Kurs auf die „boot“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bootsbauer nutzen weltgrößte Bootsmesse als Schaufenster / Auch kleine Traditionsbootsbauer zeigen ihre neuesten Modelle

Decksbauer und Tischler der Greifswalder HanseYachts AG legen auf der „Sealine C 330“ und „Fjord 48 Open“ letzte Hand an, montieren Möbel und Aufbauten. Schon ab Sonnabend sollen die neuesten Modelle des Greifswalder Jachtenherstellers die Hingucker auf der weltgrößten Bootsmesse, der „boot 2015“ in Düsseldorf, werden. Mit den beiden Motorjachten – zu Einstiegspreisen ab 165 000 beziehungsweise 679 000 Euro – will HanseYachts neue Käuferschichten ansprechen. „Die ,Sealine C 330‘ ist mit ihrem verschließbaren Deck ebenso für kältere Regionen wie die Ostsee oder superheiße Gebiete geeignet, in denen eine Klimaanlage erforderlich ist“, sagt Vorstand Jens Gerhardt. Der Verkauf von Hanse-Jachten für das Mittelmeer – Domäne der HanseGroup – sei wegen der Krise in Spanien, Griechenland und Russland schwieriger geworden. „Der Rest der Welt ist für uns inzwischen genauso wichtig wie das Mittelmeer.“ Der Markt ist hart umkämpft. „Nur mit ständig neuen Innovationen kann man sich halten“, so Firmenchef Gerhardt.

HanseYachts ist als das mit Abstand größtes Unternehmen das Flaggschiff der 44 Aussteller aus MV auf der „boot“. Neben den Greifswaldern nutzen Traditionsbootsbauer wie die Bootsbau Schubert GmbH aus Plate oder die Werft Rammin aus Barth sowie Marinas und Tourismuszentralen die weltgrößte Bootsmesse als Schaufenster für ihre Produkte. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 47 Aussteller aus MV an der Messe. „Wir sind ein Küstenland und ein Land mit wunderschönen Seen. Ich freue mich, dass sich die Branche auch dieses Jahr wieder stark auf der Boot in Düsseldorf präsentiert“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD).

Elf Marinas aus Mecklenburg-Vorpommern stellen sich zusammen mit einer polnischen Marina auf einem Gemeinschaftsstand MV vor, den das Land mit 10 000 Euro finanziert. Zudem haben 14 Aussteller eine Messeförderung beantragt, bislang wurden fünf Anträge in Höhe von rund 22 000 Euro bewilligt.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums beschäftigt die Bootsbaubranche im Land rund 1200 Mitarbeiter in 130 Unternehmen. Davon arbeiten allein mehr als die Hälfte bei HanseYachts. In Greifswald wird auch mit rund 90 Millionen Euro der höchste Umsatz generiert. Das Wirtschaftsministerium schätzt den Gesamtumsatz der Bootsbaubranche im Land auf 100 Millionen Euro. Für HanseYachts, nach dem französischen Bootsbauer Beneteau eine der weltweit führenden Hersteller von Segeljachten, ist die „boot“ in Düsseldorf nicht nur die größte Messe, wo der meiste Umsatz generiert wird. „Die Messe ist ein Schaufenster in das nächste Jahr“, sagte Gerhardt. Mit sechs Segeljacht- und Motorbootmodellen gehen die Greifswalder nach Düsseldorf: Die „Sealine C 330“ und „Fjord 48 Open“ werden als Weltpremieren präsentiert. „Nur mit ständig neuen Innovationen kann man sich am Markt halten“, so Vorstand Gerhardt. Denn Kunden wechselten heute nach wenigen Jahren auf ein neues Boot. Insgesamt sei der Weltmarkt aber rückläufig. Angesichts dieser Entwicklung sei HanseYachts damit zufrieden, im Geschäftsjahr 2013/2014 mit 550 Schiffen die Verkaufszahlen des Vorjahres erreicht zu haben. Nach der weltweiten Wirtschaftskrise 2008/2009 hatten sich die Greifswalder einen straffen Restrukturierungskurs auferlegt, eine neue Modellpalette entwickelt und Marken wie Dehler, Sealine oder Moody zugekauft. Die Verluste wurden von 12 Millionen Euro auf inzwischen vier Millionen Euro pro Jahr reduziert. Im vergangenen Jahr ging Hanse auf Wachstumskurs und erwirtschaftete erstmals einen operativen Gewinn.

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