Weltnichtrauchertag : MV mit höchster Raucherquote

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Appelle zum Weltnichtrauchertag sollen auch zum Rückgang der Lungenkrebs-Sterblichkeit führen. Weniger Jugendliche rauchen

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31. Mai 2017, 05:00 Uhr

Raucher haben über die Tabaksteuer schon etwas für die Terrorabwehr getan, sie haben zur Finanzierung des Gesundheitswesens beigetragen und zur Konsolidierung des Staatshaushaltes. Vor allem aber haben sie ihrer Gesundheit und der unbeteiligter Passivraucher schwere Schäden zugefügt.

„Mecklenburg-Vorpommern ist das Bundesland mit der höchsten Raucherquote in Deutschland“, mahnt der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (KGMV), Wolfgang Gagzow, anlässlich des heutigen Weltnichtrauchertages. „Hier bei uns rauchen 41 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen.“ Am seltensten wird im bundesweiten Vergleich in Sachsen zur Zigarette gegriffen. Dort rauchen 32 Prozent der Männer und nur 18 Prozent der Frauen.

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Tabakrauch enthält nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) über 4800 verschiedene Substanzen, viele davon sind giftig und krebserzeugend. Die Mitarbeiter der Krankenhäuser im Land seien täglich mit den Folgen des Rauchens konfrontiert, so der KGMV-Geschäftsführer. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs sowie chronisch obstruktive Lungenerkrankungen gehörten dazu. Dabei seien die Krankenhäuser selbst bereits seit 2007 rauchfrei. Patienten, die sich das Rauchen abgewöhnen wollen, bekommen dort auf vielfältige Weise Rat und Hilfe. „Auch wenn es vielen Rauchern schwierig erscheint, auf ihre Zigaretten zu verzichten, auch wenn manchmal mehrere Versuche nötig sind – es lohnt sich“, appelliert Gagzow.

„Rauchen ist schädlich. Das wissen selbst die Raucher, aber es ist schwer, die Sucht, die sowohl den Körper als auch die Psyche beherrscht, wieder loszuwerden“, weiß auch Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (Lakost). In Deutschland sterbe durchschnittlich jeder siebte Mensch an den Folgen des Rauchens – und koste auch vorher viel Geld, so Siedelberg.
Die direkten Kosten für die Versorgung von Krankheiten und Gesundheitsproblemen, die auf das Rauchen zurückzuführen sind, liegen jährlich bei mehr als 25 Milliarden Euro. Bezieht man auch die Kosten von Erwerbsunfähigkeit, Frühberentung und Todesfällen mit ein, beliefen sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten sogar auf 79,1 Milliarden Euro im Jahr. Die Nettoeinnahmen aus der Tabaksteuer beliefen sich hingegen lediglich auf 14,2 Milliarden Euro.

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) verweist darauf, dass Lungenkrebs in MV bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste Todesursache ist. „Positiv ist, dass das Rauchen bei jüngeren Menschen anscheinend aus der Mode kommt – seit 2005 sinkt die Zahl der regelmäßigen Raucher in der Altersgruppe von 15 bis 20 Jahren. Trotzdem muss weiter vor den Gefahren und den Folgen des Rauchens gewarnt werden“, betont Glawe.

Das bewirkt Rauchverzicht im Körper

Es dauert etwa 8 Stunden, bis sich das Kohlenmonoxid in der Blutbahn verflüchtigt und lebensnotwendigem Sauerstoff Platz gemacht hat. Bereits nach 24 Stunden geht das Risiko für einen Herzinfarkt leicht zurück, nach 48 Stunden setzt bei den Nervenenden die Regeneration ein. Dadurch verbessern sich zum Beispiel Geruchs- und Geschmacksfähigkeiten.

Nach ungefähr zwei Wochen bis drei Monaten stabilisiert sich der Kreislauf. Große Veränderungen zeigen sich auch in der Lunge: In den ersten Monaten nach dem Rauchstopp reinigt sie sich, die Verschleimung der Atemwege nimmt ab. Dadurch haben Betroffene einen spürbar längeren Atem.

Im Laufe der Jahre verringert sich dann auch das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen deutlich. 10 Jahre nach dem Rauchstopp ist zum Beispiel das Lungenkrebsrisiko eines bzw. einer Exrauchenden nur noch halb so hoch, als wenn dauerhaft weiter geraucht worden wäre. Ungefähr 15 Jahre nach dem Rauchstopp ist das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nahezu gleich groß wie bei Nichtraucherinnen und Nichtrauchern. (Quelle BZgA)

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