Ostsee : MV lehnt sich gegen Angelverbot auf

Müssen die Rute einholen: Ostseeangler dürfen in bestimmten Gebieten nicht mehr fischen.
Müssen die Rute einholen: Ostseeangler dürfen in bestimmten Gebieten nicht mehr fischen.

Das Umweltministerium hatte am vergangenen Mittwoch eine Schutzverordnung in Kraft gesetzt.

svz.de von
29. September 2017, 20:55 Uhr

MV holt die Rute raus und wehrt sich gegen das vom Bund verhängte Angelverbot in der Ostsee: „Angler auszusperren, das wird es mit mir nicht geben“, kritisierte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) gestern die Entscheidung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) scharf. Das Umweltministerium hatte am vergangenen Mittwoch eine Schutzverordnung in Kraft gesetzt und sechs Gebiete in der Nord- und Ostsee als Meeresnaturschutzgebiet ausgewiesen. Damit gilt ein Verbot der Freizeitfischerei in den betroffenen Gebieten.

Die Regelung sei gegen eine im Vorfeld mit dem Land getroffene Vereinbarung erfolgt, erklärte Backhaus gestern gegenüber unserer Redaktion. So hatte man sich bei Verhandlungen mit dem Bund darauf verständigt, lediglich punktuell in einzelnen Gebieten, wie beispielsweise die Laichregionen, das Angeln einzuschränken. Dazu seien auch die Angler bereit gewesen, sagte Backhaus: „Das jetzt geltende generelle Angelverbot werden wir nicht akzeptieren.“

Es sei ausdrücklich vereinbart gewesen, die Freizeitfischerei in den Gebieten nicht grundsätzlich zu verbieten. Daran habe sich der Bund nicht gehalten. „Das lassen wir uns nicht gefallen“, meinte Backhaus. Hendricks hatte in der Ostsee die Kadettrinne, Pommersche Bucht-Rönebank sowie Fehmarnbelt unter Schutz gestellt. „Die Kadettrinne komplett zu sperren wird mit mir nicht gehen“, kündigte Backhaus Widerstand an. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Schifffahrt in den Gebieten weiter betrieben und auch Windräder in der Ostsee aufgebaut werden könnten, das Angeln aber verboten werde. Auch gebe es keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass sich die Freizeitfischerei nachteilig auswirke. Wenn dieser Nachweis nicht erbracht werden könne, müssten die Gebiete für Angler wieder geöffnet werden. Backhaus forderte vom Bund eine Klarstellung, dass es kein generelles Angelverbot in den Regionen vor der Mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste geben werde.

Zuvor hatte auch der Landesanglerverband die Regelung massiv kritisiert. Das sei eine „unehrliche und hinterlistige Handlungsweise von Frau Hendricks“, so der Verband. Es sei nach dem Vorsorgeprinzip geurteilt worden, nicht aber auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse oder Untersuchungen.

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